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Grünland

Damit die Narbe besser durchgrünt

von , am
20.02.2013

Der bisherige Temperaturverlauf im Januar und Februar macht einen Vegetationsbeginn beim Grünland in der letzten Märzdekade wahrscheinlich. Was wichtig ist für eine gute Grünlandpflege, lesen Sie hier.

Zur Pflege stehen verschiedene Striegellösungen zur Verfügung. © Lange

Alles deutet auf einen günstigen Vegetationsstart für Grünland hin. Kahlfröste wie 2012 hatte der Winter bislang nicht im Gepäck. Auch die Tipula-Befallszahlen lassen kein wesentliches Risiko erwarten. Der bisherige Temperaturverlauf im Januar und Februar macht einen Vegetationsbeginn in der letzten Märzdekade wahrscheinlich. Für die anstehende Grünlandpflege müssen die Maschinen bald gerüstet werden. Die Pflege von Grünland ist für die Erhaltung von leistungsfähigen Pflanzenbeständen unverzichtbar. Nur durch rechtzeitige und regelmäßige Pflegemaßnahmen lassen sich eine Unkrautbekämpfung mit Pflanzenschutz oder eine kostspielige Grünlanderneuerung verhindern bzw. zeitlich hinauszögern. Das moderne und notwendige Grünlandmanagement in fortschrittlichen Milchviehbetrieben geht weit über die in den Leitlinien der ordnungsgemäßen Grünlandbewirtschaftung definierten Standards hinaus.

Im Rahmen einer Bestandsaufnahme sollte zunächst der Zustand der Grünlandflächen kontrolliert werden. So sind auf einigen Flächen, auf denen die Gräser bedingt durch die milde Herbstwitterung zu Beginn der Frostphase bereits weiter entwickelt waren, möglicherweise Auswinterungsschäden festzustellen. Im Einzugsbereich von Wäldern sind häufig auch zusätzlich durch Schwarzwild verursachte, starke Narbenschäden zu beobachten. Darüber hinaus sind Feld- und Wühlmäuse sowie Maulwürfe auf einigen Flächen weiterhin tätig.

Zur Wiederherstellung beeinträchtigter Flächen bietet sich der Einsatz von Grünlandstriegeln und -schleppen an. Die notwendigen Maßnahmen sollten dabei bereits zeitig im März durchgeführt werden, sofern es dann frostfrei ist und eine gute Befahrbarkeit der Böden gewährleistet ist.  Je stärker die Grünlandnarbe über Winter geschwächt wurde, umso größer sind die Effekte dieser Geräte, wobei folgendes zu beachten sind:

Striegel und Schleppe nur auf gut abgetrockneten Grasnarben einsetzen
zur Belüftung jüngerer Grasnarben sowie zur Beseitigung evt. Gülleschleier sind Striegeln besser geeignet als Wiesenschleppen.
 
Prismenwalzen sind nur mit langsamer bis mittlerer Fahrgeschwindigkeit einzusetzen, um eine ausreichende Druckwirkung zu erzielen eine gute Regeneration der Grasnarbe wird durch den kombinierten Einsatz von Striegel und Prismenwalzen erreicht, da sie durch Nachahmung von Tritt- und Weidewirkung die wertvollen Untergräser zur Bestockung anregen höhere Fahrgeschwindigkeiten und schärfer eingestellte Aggregate sind erforderlich, wenn als Vorbereitung für eine Übersaat bzw. bei Kombination von Striegel und Walze mit einer Übersaat ältere Grasnarben gepflegt werden auf organischen Standorten (Moorböden) mit aufgefrorener Grasnarbe sollten anstelle von Prismenwalzen möglichst Glattwalzen mit variabler Wasserfüllung und Auflagege-wichten zum Einsatz kommen, um den Bodenschluss und die Kapillarität möglichst schnell wieder herzustellen
bei allen Maßnahmen ist auf einen niedrigen Reifendruck am Schlepper zu achten, um die erforderliche Tragfähigkeit und Zugkraft bei möglichst geringer Spurtiefe zu erhalten.
 
Einhergehend mit den Pflegemaßnahmen sollten auch Nachsaaten (5 bis 10 kg/ha Saatgut) und ggf. Reparatursaaten (20 kg/ha) bereits im März durchgeführt werden, da Lücken im Aufwuchs so frühzeitig geschlossen und die früh gesäten Gräser zum Vegetationsstart häufig schon erfolgreich etabliert werden können. Für reine Nachsaaten empfehlen sich die Qualitätsstandardmischungen (QS) GV bzw. GV-spät, die zu 100 % Deutsches Weidelgras ent-halten.

Für Grünlandneuansaaten sind die QS-Mischungen G II oder G III bei mittelintensiver bis intensiver Nutzung zu empfehlen; diese werden jedoch besser im Spätsommer durchgeführt. Für alle Ansaaten und Nachsaaten auf Moorstandorten ist darauf zu achten, dass ausschließlich Qualitätsstandard-Mischungen mit hierfür geeigneten Weidelgrassorten (M-Sorten) zum Einsatz kommen. Diese Mischungen sind zusätzlich durch die Bezeichnung Moor bzw. M auf dem Etikett gekennzeichnet. In vergleichbaren Mischungen der Unternehmen Agravis, Deutsche Saatveredelung, Meiners-Saaten und HEGA-Saaten werden ebenfalls nur empfohlene Sorten verwendet. Die empfohlenen Mischungen sind an dem Etikett der Freiwilligen Mischungskontrolle Niedersachsen erkennbar.

Auf stark verkrauteten Flächen sollte die Unkrautkonkurrenz vor der Nachsaat möglichst mit einer gezielten Herbizidbehandlung beseitigt werden. In diesen Fällen sind die Nachsaaten frühestens nach der ersten Nutzung einzuplanen.
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