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Wassermanagement

Drainage: Wenn das Wasser in der Mulde steht

Dr. Joachim Blankenburg, Geologischer Dienst, Bremen
am
10.02.2016

Im Januar sah man nicht selten extrem vernässte Flächen. Viele Senken standen voll Wasser. Was sind die Ursachen? Wie kann Abhilfe geschaffen werden? Tipps dazu mit Fallbeispielen in der LAND & Forst Ausgabe 6.

Hohe Niederschläge und stark vernässte Flächen: Direkt im Januar waren die Auswirkungen in bestimmten Regionen Niedersachsens auf vielen landwirtschaftlichen Flächen zu beobachten.

In den ersten zwei Wochen des Monats Januar wurden im Raum Osnabrück mit 43 mm sehr hohe Niederschläge gemessen. In Bremen dagegen waren es nur 28 mm und in Hannover nur 19 mm (Deutscher Wetterdienst, www.dwd.de). Dementsprechend stark vernässt waren die Flächen im Raum Osnabrück.

Mögliche Folgen starker Vernässung

Negative Effekte auf die landwirtschaftliche Nutzung hängen von der aktuellen Nutzung der Flächen ab: Eine im Herbst geerntete Maisfläche, die nicht wieder bestellt ist, hat zumindest keine direkten Ertragsbeeinträchtigungen zu erwarten.

Grünland kann meist einen mehrtägigen Überstau ohne größere Probleme verkraften. Sehr stark gefährdet ist dagegen Wintergetreide, bereits ein Überstau von einer Woche kann zum vollständigen Absterben der Getreidepflanzen führen.

Neben den Ertragsausfällen kommt es je nach Bodenart zum Verschlämmen der Oberfläche, wodurch der Luftaustausch weiter reduziert wird. Fließt überschüssiges Wasser über Gelände in Gräben ab, ist mit Nährstoffausträgen aus den Oberböden in das Gewässer zu rechnen.

Vernässung schwankt von Fläche zu Fläche

    Im Winter werden die Böden in unserer Region normalerweise bis zum Erreichen der Feldkapazität durch Niederschläge aufgefüllt. Weitere Niederschlagsmengen fließen dann durch den Boden nach unten und/oder zur Seite ab. Starke Niederschläge in diesem Zeitraum können zur Bildung von Oberflächenwasser führen.

    Ursachen von Vernässungen

    Man kann beobachten, dass z.B. eine Fläche stark vernässt ist und eine benachbarte Fläche keine Probleme hat. Wie kann das sein?

    Die Ursachen von Vernässungen lassen sich auf drei Hauptprobleme im Bereich des Bodenwassers zurückführen:

    • Es kann sich um hoch anstehendes Grundwasser handeln.
    • Es kann Wasser sein, das sich zeitweise auf gering durchlässigen Schichten staut.
    • Möglicherweise ist es aber auch Haftwasser, das in engen Poren festgehalten wird.

    Bodenverdichtung verringert Durchlässigkeit

    Auf einer Fläche können auch mehrere Vernässungsursachen gleichzeitig auftreten. Auch können Bodenverdichtungen die Durchlässigkeit des Bodens für Wasser stark verringern. Bei gleicher Bodenart können so Verdichtungen auf der einen Fläche zur Bildung von Oberflächenwasser führen und auf der anderen, bei einer guten Bodenstruktur, versickert alles Wasser und es gibt keine Probleme.

    Hohe Grabenwasserstände führen zur Vernässung

    Auch behindern hohe Grabenwasserstände ein schnelles Abfließen des Wassers aus den Böden. Es ist sogar ein Überfluten von Senken bei großem Fremdwasserzufluss durch ausufernde Gräben möglich. Durch Sohlverschlammungen oder Grabenvegetation kann der Wasserstand im Graben leicht um einige Dezimeter ansteigen.

    Auf gedränten Flächen können auch Dränfunktionsstörungen vorliegen, wie z.B. verstopfte oder beschädigte Dränrohrausmündungen, verockerte oder verschlammte Dränrohre.

    Was Sie gegen Vernässungen tun können, lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 6/2016 ab Seite 36. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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