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Trockenheit

Dürreschäden im Mais: Was die LWK rät

Trockenstresssymptome-Mais
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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
13.07.2018

Immer mehr Landwirte wollen wissen, ab wann sie vertrocknende Maisbestände vorzeitig häckseln sollten. Die LWK Niedersachsen klärt auf.

Die Niederschlagsmengen seit April sind viel zu niedrig, um den Wasserbedarf auf landwirtschaftlichen Flächen zu decken. Mittlerweile zeigen alle Kulturen Wassermangel.

Selbst der Mais zeigt auf einigen Standorten trotz hoher Wurzelsaugspannung deutliche Trockenschäden. Vor allem auf leichten Böden steht das Wachstum still.

Mais: Früh oder spät gesät

  • Bis Anfang Mai gesäte und gut aufgelaufene Bestände haben in der Regel ein gutes Wurzelwerk ausbilden können und stehen kurz vor der Blüte bzw. fangen jetzt an zu blühen.
  • Später gesäte Bestände haben sich meist weniger homogen entwickeln können und zeigen jetzt entsprechend unterschiedlich Trockenstress.
  • Die Wachstumssituation von Mais ist somit nicht nur regional, sondern auch innerbetrieblich sehr unterschiedlich und zum Teil auch innerhalb einzelner Schläge sehr differenziert.

Ist noch Leben in der Pflanze?

Trockenstresssymptome im Mais

Die C4-Pflanze Mais schließt bei Trockenstress wesentlich früher die Stomata als die hier heimischen C3-Pflanzen und rollt erst bei anhaltender Trockenheit die Blätter ein.:

  • Solange diese nicht vollständig vertrocknen, leidet vor dem Fahnenschieben vor allem das Massen und Längenwachstum.
  • Vereinzelt sind Bestände oder auch Teilflächen mit 1,5 m hohem Mais mit geschobener Fahne zu sehen.
  • Eine weitere Reaktion der Pflanzen ist das Abwerfen von Bestockungstrieben, sofern vorhanden, und von älteren Blättern im unteren Stängelbereich.
  • Abgeworfene Blätter bis hinauf zum Kolbenansatz sind dabei zunächst kein größeres Problem, denn der Kolben kann trotzdem geschoben und auch gefüllt werden. Voraussetzung: Es fallen Niederschläge und die Befruchtung der Kornanlagen gelingt.
  • Solange noch Leben in der Pflanze steckt, kann sie mit einsetzenden Niederschlägen auch weiterwachsen.

Was tun, wenn es trocken bleibt?

  • Da Mais über 50 % seines Ertrages über den Kolben bildet, ist jetzt unbedingt abzuwarten, ob die Blüte normal verläuft und die Befruchtung der Körner gelingt.
  • Erst wenn klar wird, dass dies nicht der Fall ist und ein kolbenloser Mais entsteht, sollte über eine Notbeerntung nachgedacht werden.
  • Die derzeitigen Wetteraussichten versprechen im ganzen Land Niederschläge im zweistelligen Bereich, was für kurzfristige Entspannung sorgen könnte und hoffentlich die Blüte absichert und gelingen lässt.
  • Eine Möglichkeit, die Vitalität unter Trockenheit leidender Bestände zu prüfen, besteht darin, im Bestand mehrere Pflanzen (drei bis sechs) mit einem kleinen Ringgraben zu umschließen und diesen händisch mit Wasser zu füllen. An den folgenden ein bis drei Tagen wird erkennbar, ob der Bestand sich noch erholen und Ertrag bilden kann oder eine Regeneration unwahrscheinlich wird.
  • Erst dann sollte über ein vorzeitiges Häckseln nachgedacht werden.

Vorzeitig häckseln

Bei der Wahl des richtigen Erntetermins für die von Trockenschäden betroffenen Flächen bzw. Teilflächen ist besonders das mögliche Auftreten von Sickersaft zu berücksichtigen, so dass nicht zu früh entschieden werden sollte.

  • Darüber hinaus sollten Vorkehrungen gegen eine Sickersaftbildung getroffen werden und/oder Auffangmöglichkeiten bestehen.
  • Durch eine entsprechende Schicht trockener Mais oder auch Grassilage unter dem zu silierenden Futter kann dies geschehen, aber auch durch Durchmischung, zum Beispiel mit Trockenschnitzeln.

Silieren von geschädigten Beständen

Beim Silieren der durch Trockenheit geschädigten Bestände ist Folgendes zu beachten:

  • Durch die hohen Temperaturen und den Trockenstress ist mit einem ungünstigen Keimbesatz zu Lasten der gewünschten Milchsäurebakterien zu rechnen.
  • Gleichzeitig sind hohe Gehalte an Zucker im Siliergut zu erwarten.
  • Je nach Feuchtegrad des Siliergutes kann die Ansäuerung und damit die Gärgasbildung recht kräftig ausfallen, was beim Siloverschluss zu berücksichtigen ist. 
  • Der Einsatz eines Siliermittels zur anaeroben Stabilisierung und zur Vermeidung einer Nacherwärmung (DLG Wirkungsrichtungen 1c und 2) wird angeraten.
  • Bei Trockenmasse-Gehalten über 40 % sollte die Häcksellänge auf weniger als 6 mm eingestellt werden, um eine gute Verdichtung der Silage zu erreichen.

Nichts überstürzen

Derzeit sollte nicht überhastet zum Häckseln übergegangen werden. Möglicherweise entsteht dadurch der größte Schaden, da der Mais, abhängig vom weiteren Witterungsverlauf, noch Ertrag bilden kann.

Erst bei noch länger anhaltender Trockenheit werden absterbende Bestände geerntet werden müssen. Bleibt zu hoffen, dass der Juli mehr Niederschläge bringt.

Mit Material von Karl Gerd Harms, LWK Niedersachsen
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