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Forschung

Erbgut des Weizens vollständig kartiert

Weizenbestand
AGRA-EUROPE Presse- und Informationsdienst GmbH
am
20.08.2018

Das Genom des Brotweizens ist jetzt vollständig kartiert worden. Wissenschaftler erhoffen sich dadurch neue Perspektiven für die Welternährung.

Wie das Helmholtz Zentrum München mitteilte, waren mehr als 200 Wissenschaftler aus 73 Forschungseinrichtungen in 20 Ländern an dem Projekt beteiligt. Neben der Münchener Einrichtung war auch das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) federführend involviert.

Neue Perspektiven

Das Helmholtz Zentrum wertete die Aufklärung der Gensequenz als eine „gemeinsame Grundlage für alle, die den Weizen verstehen, erforschen oder verbessern wollen“. Alle Beteiligten erhofften sich neue Perspektiven für die Welternährung, beispielsweise durch klimatisch besser angepasste Weizensorten, die höhere und vor allem stabilere Erträge lieferten.

Weizenkörner in Händen

Der Leiter der IPK-Arbeitsgruppe Genomik Genetischer Ressourcen, Dr. Nils Stein, hob die Leistung der beteiligten Wissenschaftler hervor. Die vollständige Sequenzierung des Brotweizengenoms sei lange Zeit für unmöglich gehalten worden, da es „enorm groß und komplex“ sei. Das Fünffache des menschlichen Genoms verteile sich auf drei Subgenome und sei in mehr als 21 Chromosomen organisiert.

Laut dem Leiter der Abteilung Genomik und Systembiologie pflanzlicher Genome am Helmholtz Zentrum, Dr. Manuel Spannagl, konnten 107.891 Gene kartiert werden. Aufgabe der Forscher sei es gewesen, aus Milliarden von Basen ihre Organisation und Lage herauszulesen. Dabei hätten auch die Informationen über Bereiche zwischen den Genen, die deren Aktivitäten beeinflussten, berücksichtigt werden müssen. Beim Menschen sind nach Angaben der Forscher aktuell 20 376 Gene bekannt.

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