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Getreide

Gelbrost bleibt ein Dauerthema

Dr. Bernd Rodemann, Julius Kühn-Institut, Braunschweig
am
02.06.2016

In diesem Jahr scheint Gelbrost im Norden die dominierende Krankheit in Winterweizen zu sein. Hier mehr zur aktuellen Befallssituation.

Die kühle Witterung im März und April mit ausreichend Tau über Nacht hat die Infektionen und die Ausbreitung des Gelbrosterregers im Winterweizen begünstigt. Bereits Anfang Februar waren die ersten Infektionen mit ausgiebiger Sporulation auf anfälligen Sorten wie KWS Loft (Grafik 1), Rumor und JB Asano zu erkennen.

Neu festzustellen war, dass in der Sorte RAGT Reform, die mit der BSA-Note 3, also als gering anfällig, eingestuft wurde und im letzten Jahr fast keine Symptome aufwies, nun ebenfalls frühzeitig Sporenlager zu erkennen waren.

Neue aggressive Rasse in Triticale

Daneben wird zusätzlich in der Triticale eine neue aggressive Rasse vermutet; allerdings müssen die Proben aus 2016 erst analysiert und ausgewertet werden. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr haben zwar gezeigt, dass es sich zu 90 % um die sehr virulente Gelbrostrasse „Warrior“ handelte.

Trotz des Befalls auch in anderen, geringer anfällig eingestuften Sorten ist es aber noch nicht bekannt, ob sich eine neue Rasse gebildet hat.

Gelbrost-Erreger aktuell stärker etabliert

Aktuell hat sich der Gelbrost-Erreger wieder stärker etabliert und bei den höheren  Temperaturen und den gefallenen Niederschlägen mehr Sporenlager gebildet. Gerade in anfälligen Sorten wie Rumor, Matrix und JB Asano zeigen sich in kurzen zeitlichen Abständen nach der Fahnenblattbehandlung in BBCH 39 starke Vergilbungen auf dem oberen Blatt.

Die Ursachen sind derzeit nicht eindeutig zu erklären, jedoch deutet einiges darauf hin, dass der im Blatt befindliche Erreger von dem Fungizid abgetötet wurde und das Blattgewebe nun abstirbt.

Anfangsbefall mit Gelbrost im März unterschätzt

Ähnliche Reaktionen wurden bereits in 2014 bei zu später Behandlung festgestellt. Aufgrund des hohen Drucks und eines nicht befriedigenden Bekämpfungserfolges scheint es so zu sein, dass der Anfangsbefall im März unterschätzt und nicht hinreichend bekämpft wurde.

Der zeitliche Abstand zur Folgemaßnahme ist oft aufgrund der trockenen Witterung zu lang gewesen. Allerdings können zusätzliche abiotische Einflussfaktoren aufgrund der wechselhaften Witterung nicht ausgeschlossen werden.

Fungizid rechtzeitig anwenden

Hinsichtlich der Bekämpfung mit dem Ziel einer Vermeidung von Ertragsverlusten gilt es, die Resistenz der Sorten bei starker Zunahme des Befallsauftretens durch eine rechtzeitige Anwendung eines Fungizids zu unterstützen.

Mehr über Gegenmaßnahmen bei einem Befall lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 22/2016 auf den Seiten 24 bis 25. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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