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Wie Sie Getreide-Ganzpflanzensilage in der Fütterung einplanen

Getreide-Ganzpflanzensilage auf dem Acker
Andrea Meyer, LWK Niedersachsen
am
29.08.2019

Stärkereiche Körner und Stroh sind die Bestandteile der Getreide-Ganzpflanzensilage. Was Sie bei der Fütterung beachten sollten.

Getreide-GPS besteht aus stärkereichen Körnern und Stroh:

  • Getreide-GPS ist eiweiß- und mineralstoffarm,
  • sie weist eine mittlere Verdaulichkeit auf.
  • Die geringe Stärkebeständigkeit von 10 % liegt auf dem Niveau von Maissilage.
  • Aufgrund des engen Korn-Stroh-Verhältnisses sind Weizen, Gerste und Triticale etwas besser geeignet als Roggen.

Die DLG-Tabelle (1997) weist für Weizen- und Gerste-GPS mit einem Körneranteil von ca. 50 % mittlere Energiegehalte von 5,5 bis 5,7 MJ NEL/kg Trockenmasse (9,3 bzw. 9,6 MJ ME/kg TM) aus.

Formel für Schätzung des Energiegehalts anpassen

In aktuellen Verdauungsversuchen in Haus Riswick wurden im Vergleich zu den DLG-Werten höhere Verdaulichkeiten festgestellt. Der Energiegehalt wurde durch die Schätzgleichung bei allen GPS-Arten unterschätzt, beim Weizen um rund 0,7 MJ ME/Kg TM. Wir benötigen also dringend eine angepasste Formel für die exakte Schätzung des Energiegehalts.

Getreide-GPS in Fütterung: Was ist zu beachten

Wenn Sie Getreide-GPS in die Fütterung einplanen, sollten Sie folgendes beachten:

  • GPS kann an Milchkühe und Bullen gut in Kombination mit Grassilage verfüttert werden.
  • Wegen der niedrigen Gehalte an Kalium und DCAB (Kationen-Anionen-Bilanz/Milchfieberprophylaxe) ist GPS auch für die Fütterung der Trockensteher gut geeignet.
  • Je Kuh und Tag können etwa 4 bis 6 kg GPS-TM eingesetzt werden. Dabei ist die schnell abbaubare Stärke besonders in der Hochleistungsphase zu berücksichtigen.

Die ersten Analysenbefunde der Ernte 2019 weisen große Schwankungen auf. Das gilt insbesondere im TM-Gehalt, aber auch im Stärkegehalt oder in den Faserwerten. Folglich variiert der Energiegehalt beträchtlich. Wegen fehlender Angabe der Getreidearten auf den Untersuchungsaufträgen war eine differenzierte Auswertung nicht möglich.

Die Ergebnisse der GPS-Sortenversuche finden Sie in der LAND & Forst-Ausgabe 35/19.

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