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Getreide: Was Sie gegen Schädlinge tun können

Getreide-Blattlaus
Blattlaus mit abgesetzter Larve auf einem Gerstenblatt. © Jörg Schaper
Udo Hattermann von der LWK Niedersachsen
am
03.05.2018

Blattläuse können im Getreide große Schäden anrichten. Hier einige Tipps der LWK Niedersachsen, wie Sie sich am besten gegen die Schädlinge rüsten.

Auch wenn Sie noch so klein wirken, können Blattläuse in einzelnen Jahren zu Schäden im Getreide führen. Beruhigend ist in diesem Frühjahr, dass der Frost im Februar unter den Blattläusen stark aufgeräumt hat.

Aufgrund der kühlen Witterung bis Anfang April ist es zwar schwer, Aussagen über das Auftreten von Blattläusen in den Beständen zu machen. Erste Saugproben ergaben aber sehr geringe Besatzdichten. Dies bestätigt die Annahme, dass der Winter zur Abtötung der erwachsenen Insekten geführt hat.

Neben den normalen Schäden durch Fraß oder Saugen an der Pflanze kommt noch das Risiko einer Übertragung von Virosen hinzu:

  • Dabei ist besonders der Gelbverzwergungsvirus (BYDV) zu nennen, der von den Getreideblattläusen übertragen werden kann.
  • Das Weizenverzwergungsvirus (Wheat dwarf virus, WDV) tritt in Niedersachsen eher selten auf.  

Frost tötete Getreideschädlinge ab

    Im Herbst 2017 fanden nach Beobachtungen der LWK Niedersachsen keine bedeutenden Virusinfektionen im Getreide statt:

    • Obwohl der letzte Winter nicht durchgehend kalt war, waren die Frostperioden im Januar und Februar offensichtlich lange genug, um Getreideschädlinge in den Beständen abzutöten.
    • Getreideschädlinge müssen sich demnach in diesem Frühjahr erst auf ihren speziellen Winterwirten entwickeln und dann ab Mitte Mai erneut in die Getreidebestände einfliegen und dort neue Populationen aufbauen. Sie sind nicht schon als überlebende ausgewachsene Laus im Bestand vorhanden.
    • Da nur erwachsene Blattläuse Virusüberträger sind, müsste die neue heranwachsende Population zudem erst an infizierten Pflanzen den Virus aufnehmen.
    • Ab Mitte Mai ist je nach Witterungsbedingungen und der einhergehenden Entwicklung auf den Winterwirten mit dem Zuflug geflügelter Läuse von den Winterwirten in die Getreidebestände zu rechnen.

    Bei überschreitenden Bekämpfungsschwellen Insektizide einsetzen

      Von daher ist die Situation in diesem Frühjahr von dieser Seite zunächst entspannt zu betrachten. Der weitere Populationsaufbau hängt dann neben den Witterungsbedingungen auch vom Nützlingsauftreten ab.

      Bei ansteigenden Temperaturen sollten die Bestände aufmerksam kontrolliert werden. Auch Sommergetreide ist zu beachten. Bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle kann dann eine Insektizidbehandlung eingeplant werden (siehe Tabellen unten).

      Mehr zu notwendigen Bestandeskontrollen auf Sattelmücke, Getreidehähnchen und Weizengallmücken lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 18/2018. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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