Login
Ackerbau

Getreide und Raps: Ertragspotenzial besser ausschöpfen

Gerstensaat auf Maisstoppeln
Thumbnail
Werner Raupert, LAND & Forst
am
04.12.2018

Getreide und Raps besitzen ein Ertragspotenzial von 14,5 t/ha bzw.7,5 t/ha. Dies konnte in den letzten Jahren fast nie ausgeschöpft werden. Woran das liegt.

Bei der DLG-Fachveranstaltung für Ackerbau-Spezialisten im niedersächsischen Wolfenbüttel ging es um Gründe, warum die Landwirte das Ertragspotenzial bei Getreide und Raps bisher fast nie ausschöpfen konnten.

Dr. Hansgeorg Schönberger von der N.U. Agrar zählte auf:

  • Bodenverdichtungen,
  • Unkrautkonkurrenz,
  • suboptimale Nährstoffversorgung,
  • Krankheiten, Schädlinge oder
  • Verluste bei der Ernte und im Lager zehren immer am Ertrag.

So sind am Ende wie im Top-Ertragsjahr 2014 nur 8,7 t/ha bei Getreide und 4,5 t/ha bei Raps übrig geblieben.

Ertragssteigerungen und Ertragseinbußen

Künftig seien durch Veränderungen

  • beim Saatgut,
  • der Saatgutablage,
  • precision farming oder
  • IT-Nutzung

wieder Ertragssteigerungen auf 11,1 bzw. 5,8 t/ha möglich, sagte der Experte voraus.Restriktionen durch politische Entscheidungen (z.B. DüV, Glyphosat- und Neonikotinoidverbot, Azol-Einschränkungen) oder Fungizid-Resistenzen würden aber wieder Ertragseinbußen von 8,7 auf 6,0 bzw. von 4,5 auf 3,1 t/ha nach sich ziehen.

Möglichkeiten vielseitiger Fruchtfolgen nutzen

Ein wichtiger Grund für viele ackerbauliche Probleme liegt in den oft viel zu engen Fruchtfolgen, stellten die Referenten in Wolfenbüttel klar. die Um pflanzenbaulich gegenzusteuern, so der Ratschlag, sollten die Ackerbauern wieder mehr die Möglichkeiten vielseitiger Fruchtfolgen nutzen und die biologische Aktivität im Boden fördern. Das bedeute, vermehrt organisch düngen, Sommerfrüchte einbauen und die Mikroorganismen wecken.

Neben der Optimierung der Sortenwahl helfen auch homogenere Bestände weiter. Darunter versteht Schönberger:

  • gleichmäßigere Standräume,
  • Sicherung des Wurzelraums oder
  • die Wahl von Sorten mit planophiler Blattstellung zur besseren Unkrautunterdrückung.

Ausgewogene Düngung statt Stickstoffmast

Entscheidend sei, einseitige Fruchtfolgen zu reformieren und mindestens fünfgliedrig aufzustellen. Die Bodenbearbeitung sollte nur so intensiv wie nötig sein. Auch die Drillrichtung sollte zum besseren Lichteinfall mit Ausnahme von Trockenstandorten auf Nord-Süd-ausgerichtet sein.

Einschnitte werde es auch im Pflanzenschutz geben. Einzug halten werde die mechanische Unkrautbekämpfung, da immer weniger herbizide Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Ein weiterer Baustein sei eine ausgewogene Düngung statt Stickstoffmast.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 49/18.

LAND&Forst

Top Themen:

  • Kommentar: Wiederaufforstung in Niedersachsen
  • Thema der Woche: Sturmschäden im Privatwald
  • Betriebsführung: Ermittlung von Aufwuchsschäden
  • Geld & Recht: Gesetzesänderungen im Jagdrecht
  • Tierhaltung: Prima Klima für Kälberställe
  • Landleben: Café rettet letzte Blankschmiede
Kostenfreies Probeheft
Alle Aboangebote
Auch interessant