Login
Düngung

Gewässerrandstreifen sind tabu

von , am
05.02.2014

Ackerbauern müssen ihr Wirtschaften auch nach den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ausrichten. Was Sie unbedingt beachten sollten, haben wir für Sie zusammengefasst.

Bei zu geringem Sicherheitsabstand sind Abschwemmungen zu befürchten. © Djuren
Die Zielsetzung der WRRL ist eindeutig. Es geht um die Schaffung ökologisch intakter und sauberer Oberflächengewässer mit möglichst natürlichen Lebensgemeinschaften. Hinsichtlich des Erhalts bzw. der Verbesserung der Wasserqualität ist bei der Düngung auf den notwendigen Abstand zu Oberflächengewässern zu achten. Nährstoffeinträge aus Bodenerosion oder aus der Düngung in das Gewässer sind unbedingt zu vermeiden.

Vorhandene Gewässerrandstreifen sind unerlässlich und als solche zu erhalten. Gewässerrandstreifen dienen der Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktionen oberirdischer Gewässer, der Wasserspeicherung, der Sicherung des Wasserabflusses sowie der Verminderung von Stoffeinträgen aus diffusen Quellen.

Keine Kavaliersdelikte

In den vergangenen Jahren konnte leider beobachtet werden, dass einige Landwirte dem erforderlichen Mindestabstand bzw. dem Erhalt von Gewässerrandstreifen bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen zu wenig Beachtung schenken. Nicht nur das Abpflügen der Grabenböschungen stellt eine Schädigung dar, sondern es kommt danach zwangsläufig zu Einträgen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, wenn bis an den Rand der Pflugfurche gewirtschaftet wird.

Die Landwirtschaftskammer weist Eigentümer und Nutzungsberechtigte darauf hin, dass die Gewässerrandstreifen im Hinblick auf ihre oben genannten Funktionen erhalten werden müssen. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sieht nach § 5 eine allgemeine Sorgfaltspflicht vor, um bei Maßnahmen mit denen Einwirkungen auf ein Gewässer verbunden sein können, eine nachteilige Veränderung der Gewässereigenschaften zu vermeiden Eigentümer und auch Anlieger sind verpflichtet, den guten ökologischen und chemischen Zustand zu erhalten und Verschlechterungen weitestgehend zu verhindern. Bei der Düngung müssen bei Breitverteilung 3 m Mindestabstand  zur Böschungsoberkante eingehalten werden, damit es nicht zu direkten Einträgen oder Abschwemmungen kommt.

Dies gilt sowohl für organische, als auch für mineralische Düngemittel. Der Abstand kann auf 1 m gesenkt werden, wenn aufgrund der eingesetzten Technik eine platzierte Aufbringung gewährleistet ist (z.B. Schleppschlauch- schlitztechnik, Flüssigdüngerausbringung mit Pflanzenschutzgeräten). Bei hängigem Gelände, gering entwickeltem Pflanzenbestand und dünnflüssigen Güllen ist besondere Vorsicht geboten, damit es nicht zu oberflächigem Abfluss kommt.

Mindestbreite

Im Pflanzenschutz gelten die mittelspezifischen Auflagen, in jedem Fall jedoch auch ein Mindestabstand von 1 m. Auch im Sinne der Gewässerunterhaltung kommt den Randstreifen eine große Bedeutung zu. Daher ist in den jeweiligen Satzungen der Wasser und Boden- oder der Unterhaltungsverbände eine Mindestbreite für Streifen entlang der Böschungsoberkante festgelegt, die von einer die Gewässerunterhaltung störenden Nutzung freizuhalten sind. So müssen in der Regel Zäune entlang eines Gewässers einen entsprechenden Abstand von der Böschungsoberkante einhalten. Ackergrundstücke dürfen in der Regel nur in einer Entfernung von 1,0 m von der oberen Böschungskante oder außerhalb dieser Entfernung nur so beackert werden, dass die Ufer des Gewässers nicht beschädigt werden.

Die FG 2 der Bezirksstellen der LWK, die Wasserbehörden sowie der jeweilige Wasser- und Boden- bzw. Unterhaltungsverband geben weitere Auskünfte und Informationen zu weitergehenden Regelungen für bestimmte Gewässer.
Auch interessant