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Glyphosat-Anwendung: Regionale Unterschiede erkennbar

von , am
14.10.2015

Die Universität Göttingen hat im Winter 2014/2015 eine bundesweite Umfrage auf über 2.000 landwirtschaftlichen Betrieben zur Anwendung von Glyphosat durchgeführt. Hier erste Ergebnisse.

Durch den Einsatz von Glyphosat - hier gegen Auflaufgetreide - wird das Ackerbaumanagement erheblich erleichtert. © Mühlhausen/landpixel

Bis zum Sommer 2016 soll innerhalb der EU über die Neuzulassung des weltweit meistverkauften Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffs Glyphosat entschieden werden. Derzeit sorgen toxikologische Bewertungen der International Agency for Research on Cancer für Aufsehen. Nach Einschätzungen dieser Behörde gilt Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend". Deutsche Bundesbehörden geben bislang Entwarnung mit der Begründung, dass in den begutachteten Studien keine praxisüblichen Konzentrationen verwendet worden sind.
 
Weiterhin machen Meldungen aus Süd- und Nordamerika die Runde, die davon berichten, dass durch Glyphosat zunehmend resistente Unkräuter selektiert werden. In Deutschland gibt es zwar bislang keine Hinweise auf derartige Fälle, dennoch haben Resistenzprobleme unter dem Schlagwort "Superunkräuter" den Weg in die Medien gefunden.

Gut ein Drittel bundesweiter Äcker mit Glyphosat behandelt

Um nun sachliche Erkenntnisse zum Glyphosateinsatz liefern zu können, hat die Universität Göttingen im Winter 2014/2015 eine bundesweite Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass auch Landwirte sich kritisch mit dem Glyphosateinsatz auseinandersetzen. So sehen viele Landwirte den Einsatz von Glyphosat vor der Ernte als problematisch an. Darüber hinaus gab der überwiegende Anteil der befragten Landwirte an, dass einem erhöhten Eintrag von Glyphosat ins Grundwasser entgegengewirkt werden muss.
 
Insgesamt wird der Nutzen von Glyphosat von den Teilnehmern an der Umfrage aber sehr hoch eingeschätzt. Entsprechend verbreitet ist die Anwendung des Wirkstoffs. So werden 37,1 % der bundesweiten Ackerfläche jährlich mit dem Wirkstoff Glyphosat behandelt. Durch den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden wird das Ackerbaumanagement erheblich vereinfacht. Die Landwirte schätzen vor allem die vereinfachte Aufwuchsbekämpfung zwischen den Kulturen und die höhere Flexibilität bei ungünstigen Bodenverhältnissen und Witterungsbedingungen. 
 
Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 42/2015 auf Seite 19. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier?
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