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Grünland

Grünland: Das günstigste "Mähwerk" ist die Kuh

von , am
21.04.2015

Ob Bio oder konventionell, Kühe auf der Weide - ein Bild, das viele Verbraucher mit Milchviehhaltung verbinden. Bei größeren Herden ist ein gutes Weidemanagement das A und O.

Auf dem Biobetrieb Hof Butendiek wird eine Sandschicht auf die Treibewege aufgebracht, die nach einem Regenschauer gut abtrocknet. Trockener Sand hilft zudem, die Klauen zu reinigen. © Hof Butendiek

Nicht nur im Ökolandbau kommen Milchkühe auf die Weide, für Georg Alter aus Elsfleth gibt es für die Milchviehhaltung nichts Besseres. Er bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau Heidi und seinem Sohn Jan-Niklas einen konventionellen Milchviehbetrieb mit 140 Kühen zuzüglich der weiblichen Nachzucht.

"Kraftfutter gibt es nach Milchleistung, aber als Grundfutter verfüttern wir ausschließlich Heu, Grassilage und im Sommer natürlich Gras, denn dann sind die Kühe Tag und Nacht auf der Weide", erklärt Georg Alter. "Frische Luft und unterschiedliche Klimareize wie Sonne, Wind und Regen wirken sich positiv auf die Gesundheit der Tiere aus."
Dass diese Grundfutterfütterung nicht auf Kosten der Milchleistung geht, zeigt der gleitende Herdendurchschnitt von über 11.000 kg, mit 3,86 % Fett und 3,37 % Eiweiß und Zellzahlen von deutlich unter 100.000. "Gut 5.000 kg Milch bekommen wir aus dem Grundfutter. Das funktioniert aber nur mit einem intensiven Weidemanagement, top Futterqualitäten und gesunden Milchkühen, mit einem hohen Grundfutteraufnahmevermögen, da das Futter nicht so eine hohe Energiedichte hat, wie bei einer TMR auf Basis von Gras- und Maissilage," erklärt Alter.

Erste Güllegabe bis Mitte März

In Hofnähe stehen gut 60 ha arrondierter Grünlandfläche zur Verfügung, alles Moorböden, die nach dem System der Umtriebsweide genutzt werden. Dazu ist die Fläche in Koppeln von rund 3,5 ha unterteilt, die umschichtig als Weide genutzt, aber auch gemäht werden. Aufgrund der intensiven Weide-/Schnittnutzung werden die Flächen sowohl mit Rindergülle als auch mit Kalkammonsalpeter (KAS), sowie bei Bedarf mit einem Phosphor-Kali-Dünger gedüngt. Die erste Güllegabe von 10 bis 12 m³ erfolgt bis Mitte März, sobald die Befahrbarkeit es zulässt. Das Walzen der Flächen ist notwendig, da es sich um Moorflächen handelt, die im Winter "hochfrieren". Das Striegeln, um die Grasnarbe aufzumachen, erfolgt ohne Nachsaat. "Eine gleichzeitige Nachsaat während des Striegelns hat sich bei uns nicht bewährt. Die Verluste sind zu hoch, weil zu viel Saatgut in der Narbe hängen bleibt", erklärt Jan-Niklas Alter.
 
Mehr zum Weidemanagement von Familie Alter lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 17/2015 auf den Seiten 42 bis 44. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
 
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