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Grünlandpflege

Grünlanderneuerung: Wenn nötig, dann richtig

Dr. Christine Kalzendorf von der LWK Niedersachsen
am
10.08.2016

Im Spätsommer ist es Zeit, die Grünlandnarbe zu pflegen. Ab wann Sie die Altnarbe erneuern sollten, lesen Sie in der LAND & Forst 32.

Der Spätsommer eignet sich, um eine Erneuerung der Grünlandnarbe vorzunehmen. Da diese Maßnahme sehr kostspielig ist, sollte man keinen Fehler machen. Die Grundfutterkosten sind für die Effizienz eines Futterbaubetriebes gerade jetzt sehr wichtig. Deshalb sollte man in diesem Jahr auch die Entscheidung treffen, ob und mit welcher Maßnahme Grünlandaufwüchse in Ertrag und Qualität verbessert werden können.

Umbruch und Neuansaat sind aber mit hohen Kosten und Anbaurisiken verbunden. Deshalb sind die Grünlandflächen möglichst über viele Jahre in einem guten Zustand zu erhalten. Von Bedeutung sind hierfür

  • eine Bewirtschaftungsintensität, die an Standort und Düngungsniveau angepasst ist.
  • ein optimaler Nutzungszeitpunkt bei Mahd, Beweidung und Grünlandpflege.
  • ein möglichst schonender Einsatz der Erntetechnik.

Wann ist Nachsaat ausreichend?

    Ob eine Nachsaat noch das Mittel der Wahl zur Verbesserung der Grünlandnarbe ist, kann nur mit einem Kontrollgang über die Fläche sicher beurteilt werden. Liegt der Anteil wertvoller Gräser noch bei 50 % und mehr, dann ist eine Nachsaat ausreichend.

    Gegebenenfalls kann vorab mit selektivem Herbizideinsatz der Anteil an Unkräutern reduziert werden. Damit werden zusätzlich Lücken geschaffen, die der Nachsaat als Entwicklungsraum dienen.

      Wie säen Sie am besten nach?

      Den besten Nachsaaterfolg erzielt man mit Spezialmaschinen (Schlitz- oder Scheibendrillgeräte), wenn die Feinsämereien direkt und flach in den Boden gebracht werden. Ob auch eine hofeigene Drillmaschine den Effekt bei einem entsprechenden Druck der Drillschare bringt, hängt von den Bodenverhältnissen ab. Mit der gleichen Methode verbessert man auch lückige Bestände.

      Bei Nutzung des Direktsaatverfahrens werden im Allgemeinen pro Hektar 20 kg einer Deutsches Weidelgrasmischung (GV, GV spät, GV-Klee) eingesetzt, denn das Deutsche Weidelgras gilt als das konkurrenzstärkste Futtergras, welches sich rasch in einer Altnarbe etablieren kann.

      Grünlanderneuerung genau prüfen

      Um die Notwendigkeit einer Grünlanderneuerung beurteilen zu können, werden im Rahmen einer Grünlandbesichtigung besonders drei Schwerpunkte beleuchtet:

      1. Bestandeszusammensetzung
      2. Lückigkeit
      3. Geländebeschaffenheit.

      Mehr über das Thema lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 32/2016. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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