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Düngung

Gülle preisgünstig mit ASL aufwerten

von , am
13.02.2013

Es besteht die Möglichkeit, Gülle durch den Zusatz preiswerter Düngemittel weiter aufzuwerten. Ein Beispiel ist der Einsatz von Ammoniumsulfatlösung.

Die hohe Nährstoffkonzentration des ASL-Güllegemisches erfordert eine sehr exakte Verteilung und Ausbringung. © Kowalewsky

Der Preis für ASL liegt bei rund 5,50 bis 6,50 ?/dt frei Hof. In der Regel müssen ganze Tankzüge abgenommen werden. Die Preise können regional in Abhängigkeit von den anfallenden Transportkosten stärker schwanken. Es handelt sich somit um einen relativ preiswerten Stickstoff-/Schwefeldünger. ASL ist gemäß der Düngemittelverordnung zugelassen und darf in den Verkehr gebracht werden, wenn es aus definierten Herkünften stammt und mindestens 8 % N und 9 % S enthält.

Was ist zu beachten?

ASL 40 % kann durchaus mit der Feldspritze ausgebracht werden. Dies scheint aufgrund der großen Mengen jedoch zu aufwendig zu sein. Wo die Möglichkeit gegeben ist, erscheint es sinnvoller, ASL der Gülle zuzusetzen. Entsprechende ASL-Mengen sind gerade zu Beginn der Vegetation nur begrenzt verfügbar, eine frühzeitige Absprache mit den Handelspartnern ist daher erforderlich.

Bei dem Einsatz von ASL sollten mehrere wichtige Punkte beachtet werden:
  • Die Dichte von ASL liegt bei 1,24 kg/l; der Gehalt je 100 l beträgt rund 10 bis 10,5 kg N und 11 kg S.
  • ASL ist stark Kalk zehrend: man rechnet rund 300 kg CaO je 100 kg N aus ASL.
  • Bei Temperaturen unter 0 °C kommt es zur Auskristallisation von Salzen (schwefelsaures Ammoniak). Die Salze gehen bei Erwärmung aber wieder restlos in Lösung.
  • Ammoniumsulfatlösung ist als schwach wassergefährdender Stoff eingestuft (WGK 1), Lagerbehältnisse sind entsprechend wasserrechtlicher Vorschriften zu gestalten, ein unkontrollierter Flüssigkeitsaustritt muss ausgeschlossen werden.
  • ASL ist betonkorrosiv: Lagerbehälter für reines ASL aus Beton müssten daher mit einem Schutzanstrich versehen oder mit einer Folie ausgekleidet sein.
  • Ungeeignete Materialien für die Lagerung von ASL sind unbeschichteter Beton, Zink, verzinktes Blech, Messing (Leitungen, Armaturen), Schwarzstahl, kupferhaltige Armaturen oder Rohrleitungen.
  • Kunststoff- und Edelstahltanks sind dagegen zur Lagerung geeignet.
  • Behälter, die zur Lagerung von Gülle geeignet sind (auch Beton), können auch Gemische aus ASL und Gülle in den üblichen Mengenverhältnissen aufnehmen.
  • Bei dem Einfüllen von ASL sollten die Behälter mindestens zu 50 bis 75 % mit Gülle gefüllt sein, um eine ausreichende Verdünnung zu gewährleisten.
    Bei dem Einfüllen ist darauf zu achten, dass Metallteile möglichst nicht mit reinem ASL in Berührung kommen.
  • Aufgrund der erhöhten Gefahr des Austrittes von Schadgasen sollte keine Lagerung der ASL-Güllegemische innerhalb bzw. unter Ställen erfolgen.
  • ASL ist mit AHL mischbar.
  • Soll ASL mit AHL durch die Feldspritze ausgebracht werden, ist auf weitere Mischpartner zu verzichten.
Homogen einmischen

Bei einer Lagerung bei höheren Temperaturen z.B. über Sommer kann es zum Austreten von übel riechenden Schadgasen kommen. Aus diesem Grund darf ASL nur in Gülle bzw. Gärresten eingemischt werden, die sich weitgehend abgekühlt haben.

ASL 40 kann zwar mit der Spritze ausgebracht werden, dies scheint aufgrund der großen Mengen jedoch wie beschrieben zu aufwendig zu sein. Ist dies doch geplant, sollte bei der Bestellung darauf geachtet werden, dass reine, spritzfähige Ware bezogen wird. Sinnvoller erscheint aber die Zumischung in Gülle. Voraussetzung ist hierbei eine möglichst genaue Ausbringung (Exaktverteiler) im Frühjahr.

Entscheidend für eine erfolgreiche Arbeit mit ASL ist, dass der Flüssigdünger homogen in der Gülle eingemischt wird. Dazu ist es notwendig, dass die Gülle bereits bei dem Einfüllen der Ammoniumsulfatlösung intensiv gerührt wird. Die Gülle sollte zudem bereits bei der Zugabe des Flüssigdüngers homogenisiert sein und sich in Bewegung befinden. Nach dem Einfüllen empfiehlt es sich, das Gemisch noch mindestens eine Stunde weiter zu rühren. So wird vermieden, dass sich ASL aufgrund der höheren Dichte gleich bei dem Einfüllen nach unten absetzt und eine stabile Sinkschicht bildet. Ist ASL einmal gleichmäßig in der Gülle verteilt, so findet in der Regel keine Entmischung mehr statt.

In der Mischung mit ASL wird die Gülle zu einem hochwertigen Volldünger. Üblicherweise wird die Gülle durch ASL soweit aufgewertet, dass damit die N-Startgabe abgedeckt wird. Zur exakten Bestimmung der ausgebrachten Stickstoffmenge sollte nur von gut aufgerührtem Gülle/ASL-Gemisch eine Analyse vorgenommen werden. Der Probenbehälter muss luftdicht verschlossen werden und an die LUFA geschickt werden. Auf dem Begleitpapier ist unbedingt zu vermerken, dass es sich um ein Gemisch aus Gülle und ASL handelt.

Die hohe Nährstoffkonzentration des ASL-Güllegemisches erfordert eine exakte Verteilung. Es muss bei der Ausbringung der Gülle so gearbeitet werden, wie es z.B. bei der Arbeit mit Feldspritzen erwartet wird. Eine gute Verteilung lässt sich in erster Linie über gute Schleppschlauchverteilsysteme erreichen. Eine ungenügende Verteilung kann zu unterversorgten Bereichen bzw. zu Lagergetreide führen. Der Kostenvorteil für den preiswerten Dünger wäre so schnell wieder aufgezehrt.

Wie viel Stickstoff wird in der Mischung ausgebracht? In der Regel werden auf den Betrieben Tanklastzüge mit etwa 20 bis 22 m³ Inhalt angeliefert. Im Gemenge ergeben sich, je nach Güllemenge, in der ASL eingemischt wird, die in der Tabelle aufgeführten Stickstoffmengen.
 
Nachfolgend finden Sie die Tabelle zum Herunterladen:
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