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Praxistipps

Auf gut Glück säen oder noch warten?

Trockenheit-Saattipps
am Dienstag, 28.08.2018 - 12:04

Die extreme Dürre hat Norddeutschland im Griff. Die Niederschlagsdefizite betragen in fast allen Regionen annährend 500 mm. Wie können die Betriebe auf diese Extremsituation reagieren?

  • Aufgelaufene Zwischenfrüchte verharren häufig in einer Art Trockenstarre.
  • Betriebe sind teilweise verpflichtet, bis Mitte bzw. Ende September Zwischenfrüchte auszusäen. Dieser Spielraum sollte zunächst ausgeschöpft werden.
  • Bei später Saat hat Senf klare Vorteile.
  • Um die Restfeuchte der Böden zu nutzen, sollte auch vor Raps gepflügt werden.
  • Raps termingerecht aussäen.
  • Raps in Fruchtfolge belassen. Nur im Notfall durch Mais ersetzen.

Futter ist knapp

Trockenheit-Rinder-Weide

Futterbaubetriebe haben derzeit kaum eine andere Wahl, als auf gut Glück eine Aussaat von Feldgras durchzuführen. Bestenfalls sind die Bestände aufgelaufen, für das Einsetzen des Wachstums braucht es jedoch mehr Regen.

Im Rahmen der Greeningverpflichtungen muss eine Aussaat der Zwischenfrüchte spätestens Ende September erfolgen. In diesen Fällen sollte daher abgewartet werden, wann sich die Witterung in Hinblick auf die Aufgangsbedingungen verbessert.

Ein weiterer Grund für das möglichst weite Herausschieben der Aussaat sind die sehr schlechten Rottebedingungen für das Stroh. Aufgrund der Trockenheit wurde meist nur eine verhaltene Stoppelbearbeitung durchgeführt. Vor allem auf tonigen Böden kann jedoch im Frühjahr keine tiefe Lockerung der Böden erfolgen. Daher muss das Stroh bereits im Herbst vor der Aussaat der Zwischenfrüchte optimal in den Boden eigemischt werden.

Stoppelbearbeitung

Dort, wo eine Zwischenfrucht ausgesät werden muss, sollte daher zunächst eine Stoppelbearbeitung zur ersten Einmischung des Strohs erfolgen. Besonders nach Weizen sollte eine Bearbeitungstiefe von etwa 12 bis 15 cm angestrebt werden. Vom Ausfallweizen droht keine Gefahr in der Folgefrucht – anders als nach Gerste. Hierzu eignet sich am besten ein mehrbalkiger Grubber. Sofern bereits eine erste, aber nur flache Bearbeitung mit einer Scheibenegge erfolgt ist, sollte nun ebenfalls gegrubbert werden. Große Strohmengen lassen sich nicht in einem Arbeitsgang verteilen.

Feldaufgang absichern

In den letzten Jahren wurde der Pflug eher selten zur Aussaat von Zwischenfrüchten eingesetzt. In diesem Jahr könnte jedoch das Pflügen in einigen Fällen sinnvoll sein. Durch das Pflügen gelingt es, eine höhere Restfeuchte an die Oberfläche zu bekommen und dadurch den Feldaufgang auch unter Trockenheit zu verbessern. Dieser Starteffekt kann jedoch nur genutzt werden, wenn die Aussaat unmittelbar nach der Lockerung erfolgt.

 

Was Sie noch tun können, lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst, Ausgabe 35.