Login
Erntegespräche

Hat der Weizen noch eine Zukunft?

Weizenkörner rieseln aus der Hand.
Thumbnail
Werner Raupert, LAND & Forst
am
28.09.2016

Der Qualitätsweizenanbau in Deutschland steht auf tönernen Füßen. Durch verbesserte Sortenleistungen steigen zwar die Erträge, neue Auflagen begrenzen aber den Rohproteingehalt und damit unsere Exportchancen.

Eine spannende Diskussion zu der Zukunft des Qualitätsweizens fand auf dem Detmolder Erntegespräch 2016 statt. Während viele Jahre die Diskussion zwischen Bäckern und Müllern einerseits und der Landwirtschaft andererseits zementiert schien, war in diesem Jahr ein Umdenken zu erkennen.

Worum geht es im Kern?

Die Qualität wird seit Jahrzehnten an einem Merkmal aufgehängt: dem Rohproteingehalt. Eliteweizen muss mindestens 14,0 %, A-Weizen 13,0 % und B-Weizen 12 % halten. Diese Schwellenwerte sind in der Regel insbesondere bei A- und B-Weizen nur zu erreichen, wenn eine Spätdüngung mit Stickstoff erfolgt.

Durch die Diskussion um kritische Nitratwerte und die neuen Auflagen der Düngeverordnung, wird jedoch die N-Düngung in Weizen begrenzt. Das wird zu einem Absinken des Proteingehaltes führen. Den gleichen Effekt hat auch das Bestreben der Züchter, immer ertragreichere Sorten auf den Markt zu bringen.

Neue Sorten

Das wäre im Grunde auch nicht so schlimm, weil die Weizenzüchter Sorten entwickelt haben, die dank ihrer hohen N-Effizienz auch mit weniger Stickstoff hervorragende Backqualitäten produzieren.

Das Problem wäre eigentlich gelöst, wenn da nicht die Exportanforderungen wären.

Kunden überzeugen

Wichtig wird es sein, die internationalen Kunden über die neuen Qualitäten aufzuklären. Nur so könne es gelingen, die Absatzchancen des deutschen Weizens abzusichern, zeigte Dr. Alexandra Hüsken, Max-Rubner-Institut, auf in Detmold auf. Denkbar sei es auch, zweigleisig vorzugehen. So könnte der Weltmarkt (Export) mit rohproteinreichem Weizen und der eigene Markt mit Sorten versorgt werden, die auch bei geringeren Eiweißgehalten gute Backqualitäten produzieren.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 39/2016, Seite 20. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

 

 

Auch interessant