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Getreide

Herbizideinsatz: Wirkstoffwechsel ist Pflicht

von , am
25.08.2015

Keine neuen Mittel bzw. Wirkstoffe, enge Fruchtfolgen, frühe Saattermine, die Resistenzen fördern: Was Sie zur gezielten Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern wissen sollten, lesen Sie in der LAND & Forst 35.

Die Zunahme von Resistenzen gegenüber Herbizidwirkstoffen zeigt sich in immer stärkeren Ackerfuchsschwanzbesätzen. © Beke Bramkamp

Die gezielte Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern im Getreide wird in den letzten Jahren zunehmend schwieriger. Neue Mittel bzw. Wirkstoffe stehen nicht zur Verfügung. Dazu führen enge Fruchtfolgen zu einer Selektion der jeweiligen Unkrauttypen, frühe Saattermine bieten den Ungräsern und Unkräutern einen langen Entwicklungszeitraum und fördern Resistenzen. 
 
Diese Entwicklung wird durch die zuletzt zwei milden Winter weiter begünstigt. Die Resistenzproblematik ist vor allem bei Ackerfuchsschwanz und Windhalm hinlänglich bekannt. Aber auch bei verschiedenen dikotylen Unkräutern wie z.B. der Kamille gibt es die ersten Resistenzentwicklungen, sodass ein gut geplanter Herbizideinsatz zusammen mit ackerbaulichen Maßnahmen unumgänglich ist.

Schon bei der Ernte vorbeugen

Vorbeugende Maßnahmen fangen bei der Ernte an. Viele und ungleichmäßig verteilte Ernterückstände führen zu einem verzettelten Auflauf der Ungräser und Unkräuter. Wird nur eine flache Stoppelbearbeitung durchgeführt, verbleiben insbesondere Lichtkeimer wie beispielsweise Ackerfuchsschwanz und Windhalm in der oberen Bodenschicht. Das Samenpotenzial nimmt in diesem Fall dann deutlich zu. Früh aufgelaufenes Ungras kann nochmals mechanisch oder durch den Einsatz eines nichtselektiven Herbizids bekämpft werden, um den späteren Selektionsdruck auf die Herbizide nicht zu groß werden zu lassen.

Saatbett gleichmäßig und feinkrümelig

Beim Einsatz Glyphosat haltiger Produkte ist darauf zu achten, dass diese Mittel innerhalb eines Kalenderjahres auf derselben Fläche maximal zweimal mit einem Mindestabstand von 90 Tagen angewandt werden dürfen. Die maximale Wirkstoff-Aufwandmenge von 3,6 kg/ha und Jahr darf dabei nicht überschritten werden. Bei der Aussaat ist darauf zu achten, dass das Saatbett gleichmäßig und feinkrümelig ist, damit die Herbizide ihre volle Wirkung erreichen können. In groben Kluten verbergen sich oftmals große Samenpotenziale, die erst später beim Auseinanderfallen der Kluten durch den dann erfolgenden Lichtreiz zum Keimen kommen.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 35/2015 auf Seite 23 bis 28. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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