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Hunte-Weser-Gebiet: Lohnunternehmer mitten in der Rübenernte

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Werner Raupert, LAND & Forst
am
12.10.2016

Im Hunte-Weser-Gebiet liegt das Roden von Rüben ganz in den Händen der Lohnunternehmen. Wie sich diese Kombination bewährt hat, lesen Sie in der LAND & Forst 41/16.

Lohnunternehmer auf Zuckerrübenacker

Ein Zuckerrübenacker im veredlungsstarken Hunte-Weser Gebiet: Es hat seit Wochen nicht mehr richtig geregnet. Der Boden ist ausgedörrt und die Pflanzen haben ihren Stoffwechsel auf ein Minimum heruntergefahren. Die Zuckerrüben, die im August noch mit einem riesigen Blattapparat fleißig Reservestoffe eingelagert haben, sehen erschreckend aus. Die meisten Blätter sind bereits abgestorben oder liegen schlafend am Boden.

Auch die Rübenroder haben kein leichtes Spiel. Es gilt, die Rüben ohne Bruchverluste zu roden. Zusätzlich müssen sie die schlaffen Blätter sauber vom Rübenkörper trennen. Das ist eine große Herausforderung in diesem Herbst.

Von der Fahrerkabine sieht man ganz genau, wo in diesem Jahr die Wasserversorgung nicht mehr ausreichend war bzw. der Wasseranschluss noch funktioniert. Jens Schäfer, dreht in der Rodetruppe des „Lohnunternehmen Zuckerrübe GmbH“ (LUZ) im Hunte-Weser-Gebiet seine Runden mit dem Grimme Maxtron 620. Er ist unter diesen schwierigen Rodebedingungen voll konzentriert.

Zum einen, weil er die Maschine erst seit wenigen Wochen fährt. Zum anderen aber auch, weil er aufgrund der wechselnden Verhältnisse immer wieder die gegenläufigen Entblätterungswellen neu justieren muss. Das ist sehr wichtig, denn: Die Rüben für das Nordzuckerwerk Nordstemmen dürfen aufgrund der neuen Rübenbewertung keine Blätter bzw. Blattstiele mehr aufweisen.

Per Du mit dem LUZ-Rübenroder

Nach einer kurzen Einarbeitungszeit hat er sich mit der neuen Technik angefreundet: „Wir sind jetzt per du“, schmunzelt er. Seit 16 Jahren sitzt der gelernte Schlosser auf einem LUZ-Rübenroder. Nach Holmer und Ropa sammelt er jetzt mit dem Grimme-Roder seine Erfahrung. Und nach kurzer Zeit spart er nicht mit Lob: „Hier merkt man, dass die Firma aus dem Kartoffelbereich kommt und sehr schonend mit dem Erntegut umgeht“.

Statt Rüttelscharen wie z.B. beim Ropa verwendet Grimme Radrodeschare. Entscheidend sei aber, so Schäfer, dass in der Maschine statt der üblichen Siebsterne Bänder und Walzen verwendet werden. Die Rüben werden weniger gestoßen und weisen geringere Verletzungen auf. Auch die per Sensor gesteuerte Fallhöhe in den 22 m³ fassenden Bunker ist sehr gering.

Lohnunternehmer roden für 125 Betriebe in der Region

Während in den klassischen Rübenhochburgen das Roden in der Regel von bäuerlichen Gemeinschaften oder dem Maschinenring durchgeführt wird, liegt diese Arbeit im Hunte-Weser-Gebiet ganz in den Händen der Lohnunternehmen. Eine der Rodegruppen vor Ort ist die LUZ GmbH. Ihr Geschäftsführer, Bernd Stührmann, ist selbst Lohnunternehmer in Bassum.

Zusammen mit den drei benachbarten Lohnunternehmen Schröder/Goldmann aus Blockwinkel, Röper & Steenken aus Twistringen und Fred Haske aus Bassum, ist die Gesellschaft jedes Jahr für die Rodung von 800 bis 1.100 ha Rüben von etwa 125 Betrieben in der Region verantwortlich.

Lohnunternehmer gründen GmbH zum Rübenroden

„Angefangen hat alles im Jahr 2001“, weiß Stührmann zu berichten. Damals haben seinen Angaben nach sechs Unternehmen die LUZ GmbH gegründet. Zusammen schafften sie sich ihren ersten sechsreihigen Holmer-Selbstfahrer an. Alle drei Jahre wird in der Gesellschaft der Roder ausgetauscht und erneuert.

Nach zwei Holmer-Maschinen schwört Stührmann jetzt auf den dreiachsigen Ropa-Tiger mit der Minimal-Köpftechnik Micro-Topper. „Diese Maschine leistet tolle Arbeit, ist absolut zuverlässig und kann mehr Rüben bunkern als der Grimmeroder“, freut sich der Landtechnikexperte. Die Tagesleistung (24 Stunden) liegt nach Abzug der Abbunkerzeiten, Tanken und Verpflegung bei rund 22 ha.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 41/2016 auf den Seiten 24 und 25. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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