Login
Potato Europe

Kartoffelanbauer vor großen Herausforderungen

Potato-Europe-Messe
Thumbnail
Werner Raupert, LAND & Forst
am
13.09.2018

Eine zweitägige Freilandausstellung für eine Frucht? Bei der Kartoffel funktioniert es. LAND & Forst-Redakteur Werner Raupert berichtet von der PotatoEurope.

Über 10.000 Besucher aus über 60 Ländern pilgerten am 12. und 13. September ins niedersächsische Bockerode bei Hannover, um sich über die neusten Trends zu informieren.

Dort gastierte die PotatoEurope, die im jährlichen Wechsel in den Ländern Frankreich, Belgien, Niederlande und Deutschland stattfindet, bereits zum vierten Mal. Und sie hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

In diesem Jahr lockten die Besucher nicht nur technische Innovationen aufs Feld. Viele wollten Antworten finden auf drängende Probleme im Kartoffelanbau. So z.B. im Pflanzenschutz, wo wichtige Wirkstoffe wegzubrechen drohen oder in der Züchtung, wo die Bauern dringend auf neue Sorten warten, die z.B. eine hohe Trockentoleranz und Resistenzen gegenüber tierischen und pilzlichen Schaderregern aufweisen. 

Rund um Kartoffelanbau und Verarbeitung

Bei dieser Spezialveranstaltung mit Versuchsfeldern und Maschinenvorführungen wurde das gesamte Spektrum rund um den Kartoffelanbau und die Verarbeitung gezeigt. Ein Magnet sind immer die Maschinenvorführungen, wo sich jeder informieren kann, ob die technischen Innovationen im Feld das halten, was die Hersteller auf Hochglanzbroschüren angepriesen haben.

Die heutigen Kartoffelroder bieten durch die vermehrten hydraulischen Antriebe, insbesondere im Bereich der Erd- und Beimengungstrennung, eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, die es gezielt zu nutzen gilt. Dabei ist der grundlegende Zusammenhang zu berücksichtigen, dass mit zunehmender Größe der Knollen deren sortenspezifische Beschädigungsempfindlichkeit deutlich ansteigt.

Special "Krautminderungsverfahren"

Kartoffeln-Transport-Potato-Europe

Neben möglichst geringen Umlaufgeschwindigkeiten der Förder- und Trennelemente innerhalb des Roders, sollte auch das noch zu oft als Beschädigungsquelle unterschätzte Überladen der Kartoffeln auf die Transportfahrzeuge möglichst schonend erfolgen. Als technische Lösungen für eine reduzierte Fallhöhe der Knollen stehen bei den Bunkerrodern ein absenkbarer Bunkerkopf und die Nutzung eines Kistenbefülltrichters zumindest für die ersten Kartoffeln zur Verfügung.

In dem Special „Krautminderungsverfahren“ stand auf der PotatoEurope ein Systemvergleich im Versuchsfeld mit verschiedenen chemischen Verfahren. Hintergrund ist, dass ab 2020 das Risiko wächst, die Abreife der Kartoffeln ohne das Sikkationsmittel Reglone durchzuführen.

Krautschläger aus der Ecke holen

Direkt daneben konnten die Besucher unterschiedliche mechanische Verfahren, wie Schlegeln oder Rupfen und Schneiden oder das Beseitigen des Laubs mit physikalisch-thermischen Verfahren in ihrer Wirkung begutachten. Eines scheint festzustehen: Zukünftig muss wohl wieder der Krautschläger aus der Ecke herausgeholt werden.

Auch der Ökolandwirtschaft wurde erstmalig auf der PotatoEurope die Gelegenheit gegeben, sich zu präsentieren. An diesem Stand konnten sich die Kartoffelanbauer informieren, was bezüglich der Unkrautbeseitigung schon heute mit modernen Hackmaschinen und Striegeln möglich ist.

Auch interessant