Login
Kommentar

Kartoffelkampagne: Vom Kellerkind zum facebook-Star

Thumbnail
Werner Raupert, LAND & Forst
am
16.02.2016

Die freche Kartoffel-Imagekampagne der Kartoffel Marketing GmbH (KMG) will gerade bei jungen Leuten punkten. LAND & Forst-Redakteur Werner Raupert sieht große Vorteile - wenn alle Beteiligten mitmachen.

Um wen geht es in der Werbekampagne, wenn von „Fräulein Fettfrei“ oder „Deutschlands wahrer Superstar“ die Rede ist? Um unsere Speisekartoffel, die in der Gunst der jüngeren Generation tief gesunken ist und oft gar nicht wahrgenommen wird!

Der Pro-Kopf-Verbrauch stagniert bei mageren 58,1 Kilo. Der größere Anteil von 33,6 Kilo wandert dabei in Form von Veredelungsprodukten wie Chips oder Pommes frites in die Mägen.

Kartoffel als Dickmacher und langweilige Sättigungsbeilage?

Die Gründe sind vielfältig: Manche behaupten, die Kartoffeln machen dick, andere stufen die „ollen Knollen“ als langweilige Sättigungsbeilage ein. Dazu kommt, dass gerade vielen jüngeren Verbrauchern die Zubereitung mit dem lästigen Schälen viel zu aufwändig ist. Da greifen sie lieber gleich zu Pasta oder Reis.

Werbekampagne: Die Kartoffel - Entdecke ihre Stärke

Das trifft niedersächsische Bauern besonders hart, produzieren sie doch auf über 100.000 Hektar mit knapp fünf Millionen Tonnen über die Hälfte der Erntemenge Deutschlands. Sie sind auf einen flotten Absatz vor Ort angewiesen und sollten daher mit großem Interesse auf die neue Werbekampagne „Die Kartoffel - Entdecke ihre Stärke“ blicken.

Junge Konsumenten ansprechen

Ins Leben gerufen hat sie die Kartoffel Marketing GmbH (KMG). Sie will die 18- bis 30-jährigen Konsumenten und möglichst viele Schüler über die Vielseitigkeit und den hohen inneren Wert der Kartoffel aufzuklären.

Das passiert nicht wie gewohnt über Anzeigen, sondern in rein digitaler Form über neue Medien wie facebook & Co. Denn in den sozialen Netzwerken tummeln sich allein in Deutschland 7,4 Millionen überwiegend junge Nutzer.

Rezepte und Ernährungstipps zur Kartoffel

Auch über die Internetadresse www.die-kartoffel.de erfahren Wissbegierige, was alles in der tollen Knolle steckt. Das fängt bei leckeren Rezepten an und hört mit Ernährungstipps auf, die darüber aufklären, dass die Kartoffel nicht nur sehr gesund, sondern nahezu fettfrei und - was für viele immer wichtiger wird - glutenfrei ist.

Die Kampagne mit den witzigen Kartoffelköpfen soll zeigen: Seht her, die Kartoffel ist überhaupt nicht langweilig!

Last auf viele Schultern verteilen

Eins müssen die Kartoffelproduzenten aber dabei beachten: Erfolgreiche Imagekampagnen kosten Geld, in diesem Fall 250.000 Euro. Das ist sicher kein Pappenstiel. Es kommt darauf an, die Last auf viele Schultern zu verteilen.

Wenn jeder Erzeuger 25 Cent je Tonne Kartoffel gibt, wäre schon viel gewonnen. Wichtig ist jetzt, dass alle - auch die Direktvermarkter - mitmachen und die Initiative freiwillig unterstützen. Solidarität unter den Bauern ist gefragt. Wenn die neue Kampagne den Absatz der tollen Knolle ankurbelt, haben alle etwas davon.

Auch interessant