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Kartoffeln: Deutschlands wahre Superstars

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Werner Raupert, LAND & Forst
am
16.02.2016

Der Kartoffelverzehr in Deutschland ist seit vielen Jahren rückläufig. Die jüngere Generation hat oft Vorurteile gegenüber Kartoffeln und bevorzugt eher Pasta oder Reis. Das will man nun mit einer frischen Internetkampagne für die U-30-Generation ändern.

Die Fakten liegen auf dem Tisch: Für Menschen im mittleren und hohen Alter sind Kartoffeln oft unverzichtbarer Bestandteil der Hauptmahlzeiten. Sie schätzen die Vorzüge der Kartoffel und scheuen sich auch nicht, die Mehrarbeit wie Schälen und Kochen auf sich zu nehmen.

Jüngere schrecken davor zurück, teilweise auch weil sie auf Aussagen hereinfallen, die suggerieren, dass Kartoffeln Dickmacher, nährstoffarm und sowieso ganz langweilig sind. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln Anfang 2000 noch bei knapp 70 kg. Heute dümpelt er bei etwa 58 kg vor sich hin.

Imagekampagne für Kartoffeln gestartet

Auf der gemeinsam von der Saatguterzeugergemeinschaft (SEG) und der LWK Niedersachsen organisierten Vortragstagung Kartoffeln in Wietzendorf wurde nun die Antwort der Kartoffelwirtschaft auf diese Entwicklung gegeben. Die Kartoffel Marketing GmbH (KMG), Nachfolgerin der CMA, hat 2015 eine Kampagne mit dem Titel „Die Kartoffel - Entdecke ihre Stärke“ ins Leben gerufen.

Ziel ist, so Martin Roffhack, KMG, die Verbraucher in Deutschland über die Vielseitigkeit und den hohen Wert der Kartoffel zu informieren. Hinter der KMG stecken die Gesellschafter Deutscher Kartoffelhandelsverband (DKHV), die Bundesvereinigung Erzeugergemeinschaften Kartoffeln und der Landvolkverband Niedersachsen.

Imagekampagne finanziert von Landwirten und Abpackbetrieben

Roffhack begründete die Initiative damit, dass Niedersachsen mit rund 50 % der Kartoffelproduktion auf den Export angewiesen sei und der Pro-Kopf-Verbrauch weiter rückläufig sei. Aus diesem Grund habe man die Werbeagentur „alle freiheit“ aus Köln beauftragt, eine Kampagne pro Kartoffel zu entwickeln. Finanziert werden soll die Fördermaßnahme mit Beiträgen von Landwirten und Abpackbetrieben.

Seinen Angaben nach gibt der Erzeuger freiwillig bei der Ersterfassung 0,25 €/t auf die bezahlte Nettomenge. Dieser Beitrag wird bis zum Abpackbetrieb weitergereicht, nach der Abpackung verdoppelt und an einen Treuhänder abgeführt. Letzterer kontrolliert und anonymisiert die Einzelbeträge und leitet die Mittel an die KMG weiter.

Werbekampagne für 250.000 Euro

Ziel ist laut Roffhack eine freiwillige Finanzierung (0,50 €/t) durch Erzeuger und Abpacker. Angestrebt wird eine Summe von 250.000 €, die vollständig in die Werbekampagne gesteckt werden soll. Da alle Kartoffelanbauer von der Kampagne profitieren, sollen auch noch Direktvermarkter angesprochen werden, um die Finanzierung auf ein breites Fundament zu stellen.

Roffhack forderte die Bauern auf, mitzumachen und parallel dazu weiter die Qualität der Knolle zu verbessern. „Wir müssen die optischen und geschmacklichen Erwartungen der Verbraucher auch erfüllen, Krankheiten wie Silberschorf passen nicht zum neuen Image der Kartoffel.“

Coole Kartoffel-Botschaft

Der Geschäftsführer der Kölner Werbeagentur, Roy Sämerow, legte Details der Kampagne offen, die bis Juni 2018 laufen soll, und in die Fußstapfen der bisherigen Kampagne „Die Kartoffel. Voll lecker“ tritt. Seine Aufgabe sieht er darin, auch Zielgruppen anzusprechen, die sehr weit weg sind von der Landwirtschaft, junge Menschen, die zurzeit Nudeln und Reis der Kartoffel vorziehen.

Die Kampagne habe das klare Ziel, den Absatz der Kartoffeln in Deutschland zu steigern. Zielgruppen seien alle Personen unter 30 Jahre sowie junge Familien. Da sich diese Generation oft über das Internet informiere, soll die Kampagne auch rein digital präsentiert werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 6/2016 auf Seite 29. Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier...

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