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Kartoffeln

Krautfäule: Unnötige Maßnahmen vermeiden

Dr. Karsten Osmers und Heiner Bruns von der LWK Niedersachsen
am
20.05.2016

Die Bekämpfung der Krautfäule 2016 steht unmittelbar bevor. Das ist kein Grund für überzogenes und panisches Vorgehen.

Mitentscheidend für Erfolg und Wirtschaftlichkeit der Bekämpfung von  Krautfäule ist die richtige Platzierung der ersten Fungizidmaßnahme. Zur Berechnung des Spritzstarts stehen Prognosemodelle wie Simblight 1, Simphyt oder Phytprog zur Verfügung, die auf der regelmäßigen Erfassung von spezifischen Bestandes- und regionalen Witterungsdaten basieren.

Epidemiebeginn ermitteln

Die Prognosemodelle haben sich bewährt. Sie ermitteln den Epidemiebeginn, das heißt, dass die Erstbehandlung kurz vorher erfolgen muss. Obwohl die Programme den Ablauf der befallsfreien Zeit mit hoher Sicherheit voraussagen, sollte man sich aber nicht blind auf diese Berechnungen verlassen.

Hochanfällige Sorten auf Frühinfektionen kontrollieren

Man sollte zusätzlich seine Bestände regelmäßig (mindestens zweimal pro Woche) auf Frühinfektionen kontrollieren. Dieses gilt besonders für die hochanfälligen Sorten.

Hier sollte die Krautfäulebekämpfung im Zweifelsfall auch vor dem prognostizierten regionalen Spritzstart beginnen. Auch 2016 wird auf zahlreichen Monitoring-Flächen zweimal wöchentlich ein unbehandeltes Teilstück auf den Erstbefall mit Krautfäule bonitiert.

Einmal die Woche kontrollieren

Ab Befallsbeginn erfolgt die Kontrolle einmal wöchentlich in der behandelten Fläche, um Aussagen über die weitere Befallsentwicklung machen zu können.

Jeder Landwirt in Niedersachsen hat als Warndienst- und/oder Wetterfaxabonnement eine Zugangsberechtigung zu ISIP und kann sich so einen Überblick über die aktuelle Befallssituation in seiner Region verschaffen. Diese Daten können rechtzeitig zur Saison unter der Internetadresse www.isip.de abgerufen werden.

Aktuelle Witterung entscheidend

Die Wahl der in der Spritzfolge eingesetzten Mittel sowie die Zeitabstände zwischen den einzelnen Behandlungen hängen im Wesentlichen von der aktuellen Witterung und dem Befallsgeschehen ab.

Dabei ist die Wahl der Mittel auch im Hinblick auf einen konsequenten Wirkstoffwechsel, der einer Resistenzbildung weitgehend vorbeugen soll, vorzunehmen.

Metalaxyl-Resistenz tritt auf

Langjährige Untersuchungen des Julius Kühn-Institut (JKI) belegen, dass weiterhin Phytophthorastämme auftreten, die sich gegenüber dem Wirkstoff Metalaxyl (enthalten in Ridomild Gold MZ und Epok) als resistent erweisen.

Geeignete Präparate vorhanden

Das heißt nun nicht, dass gänzlich auf diese Mittel verzichtet werden muss. Es sind nach wie vor wichtige Präparate, die gut geeignet sind, den Neuzuwachs ausreichend zu schützen.

Um den Wirkstoff Metalaxyl für den Kartoffelanbau zu erhalten, sollten Ridomil Gold MZ und Epok nur gezielt mit maximal einer Spritzung bei infektionsfördernden Witterungsbedingungen angewendet werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 20/2016 auf den Seiten 19 bis 22. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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