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Landwirt Klemme aus dem Auetal baut Schlafmohn an

Schlafmohn
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
02.08.2019

Landwirt Werner Klemme aus dem Auetal baut erstmals Schlafmohn an. Wie der Start mit der Sonderkultur gelaufen ist.

Im Anbau von Schlafmohn probiert sich Werner Klemme aus dem niedersächsischen Auetal. Die Idee brachte er aus Österreichurlaub mit. Er sei schon immer experimentierfreudig gewesen, erzählt Klemme. „Ich bin sicherlich der einzige norddeutsche Landwirt mit dieser Kultur.“

Um Papaver somniferum, so der botanische Name, in Deutschland anzubauen, brauchte er eine Genehmigung von der Bundesopiumstelle. Die hat das Feld sozusagen unter Beobachtung, damit daraus kein Opium hergestellt wird.

Brötchen, Mohnkuchen oder Speiseöl aus den Samen

Die von Klemme gewählte Sorte enthält ohnehin zu wenig Opium für die Drogengewinnung. Er will auf seinen Feldern nicht den Milchsaft der unreifen Kapseln nutzen, sondern die vielen kleinen blau-grauen Samen in jeder Kapsel.

Diese lassen sich als Zutat in Gebäck wie Brötchen, Mohnkuchen oder zu Speiseöl gepresst verwenden. Das schnelltrocknende Öl eignet sich zudem zur Herstellung hochwertiger Malerfarben.

Gut zwölf Hektar Schlafmohn

Der Anbaustart auf insgesamt gut zwölf Hektar war nicht einfach, erinnert sich Klemme. Für die feine Saat musste er beispielsweise die Drillmaschine gesondert einstellen. Die Pflänzchen wuchsen erst nur langsam heran.

Im Juni beeindruckte die aus Kleinasien stammende Kultur dan n abermit ihren lila-weißen Blüten die Betrachter der Schläge.

Schlafmohn ist anspruchlos

Der Schlafmohn benötigt weder viel Düngung noch Pflanzenschutz. Klemme bezeichnet ihn als ähnlich anspruchslos wie Mais. Sein österreichischer Kollege hat ihn auf Feldern angebaut, wo nach seiner Aussage „nur Unkraut wächst“.

Die Pflanzen wurzeln tief und kommen daher auch mit der aktuell trockenen Witterung gut zurecht. Sie werden aber dem Weizen als Folgefrucht eine gute Bodengare hinterlassen und haben einen hohen Vorfruchtwert.

Für die Mitte bis Ende August bevorstehende Ernte wird Klemme am Mähdrescher einige Veränderungen vornehmen müssen. Seine Ertragserwartung liegt bei 700 bis 800 Kilogramm je Hektar, da ist noch Spielraum nach oben. Aber er ist sich sicher, dass er im nächsten Jahr die Fläche verdoppeln wird.
 

Ölmühlen möchten Muster sehen

Erste Gespräche zur Vermarktung der Ernte hat er geführt und freut sich auf weitere Interessenten. Ölmühlen möchten gern ein Muster sehen, ehe sie Ware ordern. Das kann Klemme im Herbst liefern.

Der Preis orientiert sich am Weltmarkt, wo es große Schwankungen gibt. Anbieten wird der innovative Landwirt seinen Mohn natürlich auch im eigenen Hofladen: www.hofladen-klemme.de

Mit Material von Landvolk Pressedienst
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