Login
Getreideanbau

LSV Winterroggen: Mit Brotroggen mehr Wirtschaftlichkeit

Die Ähren eines Winterroggenbestands.
Carsten Riekmann LWK Niedersachsen/red/Birgit Greuner LAND & Forst
am
23.08.2017

Seit zwei Jahren sind die Brotroggen-Preise schwach. Jetzt kommen Qualitätsprobleme nach anhaltenden Regenfällen hinzu. Hier die Ergebnisse der Landessortenversuche.

Die Attraktivität des Roggenanbaus leidet seit zwei Jahren unter den schwachen Preisen für Brotroggen. In diesem Jahr kommen nun noch durch die anhaltenden Regenfälle Probleme mit der Qualität dazu.

Zur diesjährigen Ernte ist laut den vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes Niedersachsen wieder ein leichter Anbaurückgang auf unter 120.000 ha zu verzeichnen.

Da viele Bestände bedingt durch wiederholte Niederschläge über einen längeren Zeitraum nicht zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden konnten, ist es derzeit noch nicht klar, wieviel der Roggenernte auch als Brotroggen zur Verfügung steht.

Die Erträge scheinen gegenüber dem Vorjahr etwas höher auszufallen. In den klassischen Roggenanbaugebieten waren in diesem Jahr trockenheitsbedingte Schäden eher die Ausnahme.

    LSV Winterroggen mit Standortergebnissen aus NRW

    Die Landessortenversuche (LSV) Winterroggen der LWK Niedersachsen wurden in drei Anbauregionen, den Sandböden West und Nord, sowie auf den leichteren westlichen Lehmstandorten getestet. Standortergebnisse aus NRW fließen für die westlichen Regionen mit ein.

    In den diesjährigen Prüfungen wurden mit KWS Binntto und KWS Eterno zwei neu vom Bundessortenamt zugelassene Hybridsorten zusätzlich zu den zwei- und mehrjährig geprüften Hybridsorten getestet. Mit Conduct steht außerdem eine etablierte Populationssorte als Vergleich in den Versuchen. Die geprüften Sorten stammen aus den Züchterhäusern Hybro/Saaten-Union und KWS Getreide.

    Nachfolgend können Sie folgende Tabellen herunterladen:

    Über unseren Artikel in der Printausgabe hinausgehend können Sie folgende Tabellen herunterladen:

    Zusätzliche Daten für den LSV Winterroggen erfasst

    Erstmalig wird in den drei Anbauregionen auch ein mehrjähriger Durchschnittsertrag mit Angabe der dahinterstehenden Anzahl Versuchsergebnisse ausgewiesen. In diesem Durchschnittsertrag (2014 bis 2017) sind – wenn vorhanden – auch Ergebnisse aus sogenannten Vorversuchen, wie Wert- und EU-Prüfungen, enthalten. Durch Einbeziehung dieser zusätzlichen Ergebnisse können auch die im LSV ein- und zweijährig geprüften Sorten bereits verlässlicher beurteilt werden.

    Zu beachten ist ferner, dass 2017 ausschließlich die geprüften Hybridsorten als Verrechnungsbasis herangezogen wurden. Somit verteilen sich die Relativergebnisse stärker um den Durchschnitt von relativ 100. Die gleiche Bezugsbasis wurde auch für die Darstellung der mehrjährigen Sortenleistungen zugrunde gelegt.

    Hohe Fallzahl als Qualitätskriterium

    Neben den Ertragsleistungen sind weitere Beurteilungskriterien bei der Sortenwahl einzubeziehen. Um als Brotroggen verkauft werden zu können, ist eine hohe Fallzahl als Qualitätskriterium ein wichtiger Aspekt.

    Generell für den Verkauf der Ernteware ist entscheidend, dass kein oder nur ein sehr geringer Anteil an Mutterkorn vorhanden ist. Aber auch die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Mängel in der Standfestigkeit gilt es zu berücksichtigen.

    Von den 2017 geprüften Sorten konnten vor allem die beiden neu zugelassenen Sorten KWS Binntto und KWS Eterno ertraglich in allen drei Anbauregionen überzeugen. Auch in der unbehandelten Stufe, wo auf den Einsatz von Wachstumsreglern und Fungiziden verzichtet wird, erreicht KWS Binntto dank guter Einstufungen gegenüber Krankheitsbefall sehr gute Leistungen.

    Wichtige Ergebnisse des LSV Winterroggen im Überblick

    Nachfolgend haben wir wichtige Ergebnisse des LSV Winterroggen noch einmal zusammengestellt: 

    • Roggenanbau behält auf den leichteren Sandstandorten seine hohe Anbaubedeutung.
    • Um den Anbau wirtschaftlich zu gestalten, sollte der sichere Anbau als Brotroggen im Vordergrund stehen.
    • Neben der Ertragsleistung sind die Anfälligkeit gegenüber Mutterkornbesatz und eine geringe Lager- und Krankheitsanfälligkeit wichtige Kriterien bei der Sortenentscheidung.
    • Aus beiden Züchterhäusern stehen anbauwürdige Sorten zur Verfügung.
    • Bei angepasster Produktionstechnik ermöglichen sie einen wirtschaftlichen Winterroggenanbau.

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 34/17 ab Seite 27. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

    Getreideernte: So wird das Lager nicht zum Nadelöhr

    Getreideernte
    Teleskoplader im Getreide
    Getreidezug im Lager
    Teleskoplader im Getreidelager
    Getreide abkippen
    Getreidegosse
    Weizen abtanken
    LWK bei der Getreideannahme
    Stoppelbearbeitung
    Besprechung auf Getreidefeld
    Unimog beim Getreidetransport
    Xerion mit Überladewagen
    Auch interessant