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Rübenanbau

LWK-Feldtag: Zwischenfrüchte in Zuckerrübenfruchtfolgen

Zuckerrueben-Nordzucker
Annette Hoffmann, LWK Niedersachsen
am
29.05.2019

Der Anbau von Zwischenfrüchten hat in Zuckerrübenfruchtfolgen positive Effekte wie Erosionschutz auf Mulchsaatflächen oder Reduzierung des Nematoden-Risikos. Auf dem Kammer-Feldtag in Poppenburg wird das thematisiert.

Das Weiße Rübenzystenälchen (Heterodera schachtii) ist in Zuckerrübenfruchtfolgen ein sehr bedeutsamer Schädling. Befallsfördernd wirkt vor allem der Anbau von Kreuzblütlern und Gänsefußgewächsen in der Fruchtfolge. In kombinierten Zuckerrüben-/Rapsfruchtfolgen geht die Vermehrung der Nematoden vor allem vom Ausfallraps aus. Dieser muss also konsequent bekämpft werden. Durch die Zulassung von ertragsstarken, nematodentoleranten Sorten ist die Bedeutung der Nematodenreduktion durch den Zwischenfruchtanbau etwas in den Hintergrund geraten.

Wirksame Maßnahme

  • Zu bedenken ist jedoch, dass nematodentolerante Rübensorten nicht in der Lage sind, den Nematodenbesatz zu reduzieren. Auch sie tragen zu einer Vermehrung bei.
  • Bei sehr hohen Besatzdichten treten auch bei toleranten Sorten deutliche Ertragsverluste auf. Da zurzeit keine nematodenresistente Zuckerrübensorte angeboten wird, bleiben als wirksame Maßnahmen nur längere Anbaupausen und ein intensiver Zwischenfruchtanbau.
  • Rechtzeitig ausgesät, weisen resistente Ölrettichsorten die besten Bekämpfungserfolge auf. Hierzu ist es unerlässlich, dass sich ein gut entwickelter, gleichmäßiger Bestand etabliert. Eine lange Vegetationszeit und eine intensive Durchwurzelung des Bodens sind erforderlich. Sorten mit guter Massenbildung und geringer Blühneigung sowie frühe Aussaattermine sind zu bevorzugen.
  • Bei Ölrettich gilt als Faustzahl, dass mindestens 160 Pfl./m2 stehen müssen, um einen Bekämpfungserfolg zu erzielen. Der optimale Saatzeitraum für Ölrettich liegt Mitte Juli bis Anfang August. Wenn Raps in der Fruchtfolge steht, ist Ölrettich (z.B. mit Rauhafer und Phacelia) die Zwischenfrucht der Wahl. Ölrettichsorten sind gering anfällig für Kohlhernie. Je länger sich der Raps in einer Rübenfruchtfolge befindet, desto kritischer ist auch der Ölrettich zu sehen.
  • Besonders nach Weizen lässt sich ein optimaler Saattermin für Ölrettich häufig nur schwer einhalten. Dann eignet sich eher Senf zur Nematodenbekämpfung. Senf läuft auch bei Saaten bis zum 10. September gut auf und kann noch einen ansprechenden Bestand entwickeln. Für eine nachhaltige Nematodenreduktion ist ein Saattermin Ende August bis Anfang September allerdings zu spät.

Weitere Zwischenfruchtarten

Die notwendige intensive Durchwurzelung des Bodens wird dann erst ab Ende September erreicht, also bei Temperaturen, die für den Nematodenschlupf zu gering sind. Besonders bei früher Senfaussaat sind Sorten mit einer geringen Blühneigung zu verwenden. Soll die Fläche im Rahmen des Greenings als ökologische Vorrangfläche angerechnet werden, bietet sich eine Mischung aus resistenten Ölrettich- und Senfsorten an.

Liegt das Hauptaugenmerk nicht auf der Nematodenbekämpfung, kann man über weitere Zwischenfruchtarten nachdenken. Bei der Aufnahme von Phacelia in die Mischung ist z.B. zu bedenken, dass sie Rhizoctonia solani auf Befallsstandorten fördern kann. In manchen Regionen spielt auch das Rübenkopfälchen eine Rolle. Auf Flächen mit Befall oder Verdacht auf Rübenkopfälchen ist auf Senf sowie auf Leguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen zu verzichten. Klee hingegen ist keine Wirtspflanze. Buchweizen sollte in Zuckerrüben generell nicht enthalten sein.

Wichtiges Fruchtfolgeglied

Gezielt ausgewählt und rechtzeitig etabliert stellen Zwischenfrüchte ein wichtiges Fruchtfolgeglied in Zuckerrübenfruchtfolgen dar. Eine hauptfruchtmäßige Bestandsetablierung sichert die gewünschten Effekte ab. Hierzu gehört auch die Ernährung der Pflanzen. Auf schweren, nachlieferungsstarken Böden mag die Zwischenfrucht mit dem Stickstoff aus dem Bodenvorrat auskommen. Auf leichten, sandigen Standorten ist eine bedarfsgerechte Ernährung der Zwischenfrüchte ohne Düngung jedoch nicht gewährleistet. Die gewünschten Effekte wie Nematodenbekämpfung, Erosionsschutz und Humusaufbau können dann nicht erreicht werden.

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