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LWK Niedersachsen: Den Mais nicht voreilig ernten

Silomais-Ernte-2018
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
29.08.2019

Den Mais nicht zu früh zu ernten, das mahnt die LWK Niedersachsen an. Was zu beachten ist.

Niedersachsens Landwirte sollten ihren Mais nicht zu voreilig ernten. Das empfiehlt Karl Gerd Harms. Er ist Fachberater für den Maisanbau bei der LWK. Jeder Landwirt sollte vor Beginn der Ernte seine Maisbestände nochmal sorgfältig prüfen und durch die Reihen gehen.

Wer zu früh ernte, verzichte auf Ertrag, sagt der Experte. In verschiedenen Regionen Niedersachsens haben die Landwirte jedoch aus Sorge um noch größere Verluste die Futterpflanze bereits geerntet und einsiliert.

Damit der Mais noch einen einigermaßen normalen Kolben ausbilden kann, wären jetzt dringend Niederschläge notwendig. Dann könnten sich die ausgetrockneten Pflanzen ein Stück weit erholen.

Niederschlag fehlt seit Wochen

Auf vielen Flächen jedoch fehlt seit Wochen der dringend herbeigesehnte Niederschlag. Zusätzlich brennt die Sonne in der aktuellen Hitzeperiode den Ertrag regelrecht weg. Viele Maisfelder sind bereits durch die Hitzewelle im Juli vorgeschädigt. Die Pflanzen wurden in der Blütezeit getroffen und in den Kolben wurden keine Körner angelegt.

Der Prognosedienst MARS der EU-Kommission nimmt seine Einschätzung für die Körnermaiserträge in wichtigen EU-Ländern zurück.

Körnermais als Silomais ernten

Der Mais ist eine wichtige Futterpflanze für die Rinder- und Milchviehhalter. Er wird in Niedersachsen nach einer Statistik des Deutschen Maiskomitees auf einer Fläche von 586.000 Hektar angebaut.

Ein kleinerer Teil von gut 70.000 ha ist als Körnermais vorgesehen. Diese Landwirte werden ebenfalls überlegen, ob sie die Pflanzen entgegen der ursprünglichen Planung nun als Silomais ernten.

Hohe Nachfrage nach Futter

Die Nachfrage nach Futter für das Milchvieh ist hoch. Bereits im vergangenen Jahr haben die Landwirte witterungsbedingt eine viel zu geringe Futterernte eingebracht. Die Siloplatten sind jetzt weitgehend leergefegt.

Auch auf den Wiesen wächst nichts nach. Dort hatten die Landwirte nach den Regenschauern im August einen „Reinigungsschnitt“ durchgeführt, damit frisches Gras nachwachsen kann.

Temperaturen um die 30 Grad und fehlender Niederschlag haben nun diese Hoffnung herb durchkreuzt. Für die Rindviehfütterung im Winter mobilisieren die Landwirte bereits jede nutzbare Reserve.

Das Landvolk ist daher erleichtert, dass Zwischenfrüchte, die auf Ökologischen Vorrangflächen angebaut werden, im Herbst als Futter genutzt werden können. Allerdings muss auch diese jetzt ausgebrachten Saaten erst einmal ausreichender Niederschlag wachsen lassen.

Lesen Sie die Ergebnisse der ersten Maisreifeprüfung in der LAND & Forst 35/19.

Mit Material von Landvolk Pressedienst
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