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Getreide

N-Spätgabe mit Aufschlag versehen

von , am
14.05.2014

Die Weizenbestände sind für die Jahreszeit weit entwickelt. Nach den regional zum Teil sehr ergiebigen Niederschlägen, gilt es nun, wo nicht erfolgt, die Stickstoff-Spätgabe in ihrer Höhe optimal zu bemessen.

Die Winterweizenbestände haben sich insbesondere nach den Niederschlägen in den vergangenen 14 Tagen hervorragend entwickelt. Die Ertragserwartungen sind dementsprechend hochgesetzt worden. © Raupert

Die über Qualität und Ertrag noch entscheidende(n) Spätgabe(n) ist/sind teilweise bereits erfolgt oder steht/stehen nun unmittelbar bevor. In der Ausgabe 18, Seite 24 berichteten wir über ein N-Düngemodell, das orts- und jahresspezifische Düngeempfehlungen unter Berücksichtigung von Standort-, Bestandes- und Witterungsfaktoren gibt. Für die niedersächsischen Standorte Borwede, Hamerstorf, Höckelheim und Poppenburg sind Empfehlungen zur dritten Stickstoffgabe nun aktuell unter www.isip.de abrufbar.

Zurzeit werden höhere Erträge im Vergleich zum langjährigen Mittel auf allen unserer 30 Testflächen (bundesweit) erwartet. Trotz simulierter, überdurchschnittlicher N-Nachlieferung des Bodens wird, entsprechend des erwarteten Mehrertrages und des damit verbundenen höheren Stickstoffentzuges, meist ein Aufschlag für die dritte N-Gabe empfohlen.

Mehrerträge liegen zwischen 10 und 24 %

Da sich die Düngeempfehlung aus den Benutzerangaben zu Standort, Bestandesparameter, Vorfrucht, bereits aufgebrachter N-Menge sowie der Witterung ergibt, sind die für unsere Beispielschläge angegebenen N-Mengen nicht 1:1 auf andere Schläge übertragbar.

Zudem ist zu berücksichtigen, dass das empfohlene N-Angebot und die N-Verteilung von der Sollwertempfehlung abweichen (siehe www.isip.de).

Der erwartete Mehrertrag auf unseren Testflächen beträgt zurzeit, abhängig von Wasserversorgungsgrad, Bodengüte und angenommenem Ertragsniveau der Fläche, 10 bis 24 %. Der empfohlene Aufschlag bei unseren nach Modellempfehlung gedüngten Testflächen beträgt, entsprechend des erwarteten Mehrertrages und der damit verbundenen höheren N-Aufnahme, rund 10 bis 20 % der üblichen Teilmenge zur Spätgabe.

Dies gilt jedoch nicht, wenn dieses Mehr im Vergleich zu unseren Modellschlägen bereits schon bei der ersten und zweiten Gabe verabreicht wurde. Auf unseren vier unter www.isip.de abrufbaren Testflächen beträgt das Stickstoffangebot nach der ersten und zweiten Gabe inkusive Nmin  etwa 170 bis 190 kg N/ha.

Vor der letzten N-Gabe ins Internet schauen

Bei den derzeit vielerorts sehr üppigen Beständen, sollte die Abschlussdüngung auf jeden Fall vorsichtig bemessen und ggf. bis zum Beginn des Ährenschiebens hinausgeschoben werden, um Lagergefahr nicht weiter anzuheizen und eine „Überdüngung“ auszuschließen. Bitte berücksichtigen Sie dabei auch die Empfehlungen unserer zuständigen Regionalberatung. Wir weisen darauf hin, dass  die Vorgaben aus der Düngeverordnung unbedingt einzuhalten sind.
Da in die Modellberechnung Prognosewetter einfließt, kann sich die Düngeempfehlung ändern, wenn aktuelleres Wetter vorliegt. Wir empfehlen daher, unmittelbar vor der geplanten N-Gabe die Modellempfehlung unter www.isip.de zu Rate zu ziehen.

Bei hohen N-Mengen (mehr als 80 kg N/ha) ist eine Aufteilung in zwei Teilgaben (erste Gabe BBCH 39, zweite Gabe BBCH 51) sinnvoll, um auf noch unvorhersehbare Witterungsereignisse flexibel reagieren, sowie gegebenenfalls hohe Rohproteingehalte gewährleisten zu können.
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