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Modellprojekt

Niedersachsen: Klimaschutz und Grünlandwirtschaft im Moor vereinbaren

Otte-Kinast im Moor
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
20.02.2019

Über Klimaschutz und Grünlandwirtschaft im Moor informierte sich Niedersachsens Landwirtschaftsministerin im Kreis Rotenburg.

Wie Klimaschutz und Grünlandwirtschaft in moorigen Gebieten vereinbart werden könnten, darüber informierte sich Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast jetzt bei einem Besuch in Klenkendorf im Kreis Rotenburg auf den Flächen eines Modellprojekts.

Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) forschen dort gemeinsam.

Demonstrationsversuche im Moor: Spezielle Unterflurbewässerung

Angestaute Gräben sowie eine spezielle Unterflurbewässerung sind das Besondere an den Demonstrationsversuchen im Gnarrenburger Moor. Bei der Unterflurbewässerung fließt das Wasser im Frühjahr schneller aus der Fläche ab. Im Sommer dagegen fließt Wasser von den angestauten Gräben über die Drainagerohre zurück in die Torfflächen.

Durch die bessere Wassersättigung des Moorbodens vermindert sich die Torfzehrung. Auf diese Weise sollen weniger Treibhausgase freigesetzt und zudem die Sackungen auf den Grünlandflächen vermindert werden.

Moor: Bewirtschaftung besser anpassen

Ein Ziel ist es, die Bewirtschaftung über das Düngemanagement sowie die Gräserauswahl und die verwendete Landtechnik besser anzupassen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in Beratungsempfehlungen münden. Diese helfen, die Existenz- und Entwicklungsmöglichkeiten von landwirtschaftlichen Betrieben auf Moorstandorten zu verbessern.

Ergebnisse auch für andere Moorgebiete nutzen

LBEG-Präsident Andreas Sikorski sagte: "Es geht hier eigentlich um einfache Fragen." Geklärt würde beispielsweise, wie feucht es im Gnarrenburger Moor sein müsse, damit möglichst wenig Treibhausgas austrete.

Wichtig sei auch eine Antwort auf die Frage, wie feucht es sein darf, ohne dass das Vieh und der Traktor im Moor versinken würden und ohne dass die Pflanzen verfaulten. "Das wollen wir hier gemeinsam herausfinden und schauen, ob wir die Ergebnisse auch für andere Moorgebiete nutzen können."

Torf- und klimaschonende Landwirtschaft in Moorgebieten

Kammerpräsident Gerhard Schwetje erklärte der Ministerin: "Dank der guten Zusammenarbeit mit den Fachleuten des LBEG und den einzelnen Landwirten vor Ort sind wir dabei zu zeigen, dass durch eine individuell angepasste Wasserregulierung auf den Versuchsflächen deutliche Fortschritte in Richtung einer torf- und klimaschonenden Landwirtschaft in Moorgebieten möglich sind."

Das Modellprojekt aus dem Landesprogramm "Klimaschutz durch Moorentwicklung" wird je zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des niedersächsischen Umweltministeriums finanziert und läuft noch bis Mitte 2021.

Mehr zum Thema lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben der LAND & Forst.

Mit Material von LWK Niedersachsen
LAND&Forst

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