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Ackerbau

Wie es auf Niedersachsens Äckern aussieht

Winterraps
Dr. Ulrich Lehrke, LWK Niedersachsen
am
27.03.2019

Gute Bestellbedingungen gibt es aktuell auf vielen Äckern in Niedersachsen. Hier Details zur Situation in den einzelnen Kulturen.

Nachdem nach langer Trockenheit im Februar bis Mitte März vielerorts in Niedersachsen bis 100 mm Regen gefallen sind, hat sich die Wassersituation an vielen Standorten deutlich verbessert. Die Drainagen laufen häufig wieder.

Der Wetterbericht sagt für die nächsten Tage warme und weiter trockene Witterung vorher. Das Wachstum der Winterungen wird sich deutlich verbessern. Darüber hinaus bestehen nun wieder sehr gute Bestellbedingungen insbesondere für die Zuckerrüben, das Sommergetreide sowie Leguminosen.

Raps: Nährstoffbedarf steigt sprunghaft an

Raps ist auch in den Wetterphasen mit kühleren Temperaturen konstant weitergewachsen und hat auf vielen Standorten die Knospe geschoben. Bei den vorhergesagten hohen Temperaturen werden die Bestände sehr schnell weiterwachsen und bereits sehr früh mit der Blüte beginnen. Damit steigt der Nährstoffbedarf der Bestände sprunghaft an.

Die Stickstoffdüngung sollte daher – sofern noch nicht geschehen – unverzüglich zum Abschluss kommen. Bei anstehenden Pflanzenschutzmaßnahmen sollte zudem ebenfalls die Bordüngung abgeschlossen werden.

Wintergetreide: deutlicher Vegetationsvorsprung

Wintergetreide: Das früh bestellte Wintergetreide beginnt ebenfalls mit dem Schossen. Damit zeigt sich auch beim Getreide ein deutlicher Vegetationsvorsprung. Die Andüngung konnte inzwischen auf den meisten Standorten durchgeführt werden. Die frühe Entwicklung hat die Bestockung begünstigt. Insgesamt sind die Bedingungen für die Mineralisation vor allem für Stickstoff sehr günstig. Eine zu frühe Nachdüngung vor Mitte April sollte daher vermieden werden, um zu hohe Bestandesdichten zu vermeiden.

Zur Terminierung der Schossergabe eignet sich vor allem die Nitratanalyse. Zu Beginn des Schossens sollte der Spurennährstoffbedarf der Bestände geprüft werden. Dazu eignet sich vor allem die Pflanzenanalyse. Bei Bedarf sollte die Spurennährstoffversorgung möglichst früh bei anstehenden Maßnahmen zur Wachstumsregulation erfolgen. Wichtige Nährstoffe sind vor allem Mangan, Kupfer, Zink und auf leichten und auswaschungsgefährdeten Böden auch Bor.

Zuckerrüben: Frühe Saat Ende März

Zuckerrüben: Nachdem vereinzelt bereits Ende Februar die ersten Zuckerrüben bestellt wurden, deutet sich an, dass in den kommenden Tagen auf vielen Standorten die Aussaat beginnen wird. Eine frühe Saat Ende März ist für eine frühe Jugendentwicklung von großen Vorteil. Allerdings sollte vor allem auf Standorten mit höherem Verschlämmungsrisiko die Saatbettbereitung nicht zu intensiv erfolgen.

Bei Frühsaaten sollte die Saatstärke zudem leicht erhöht werden (Abstände etwa 19 bis 20 cm). Leichtere und schluffhaltige Böden sollten – vor allem nach einem Zwischenfruchtanbau – intensiv gelockert werden. So wird die Erwärmung der Böden verbessert und damit die Jugendentwicklung zusätzlich gefördert.

Eine tiefere Lockerung – möglichst pfluglos – fördert zudem die Mineralisation. Eine Pflugfurche im Frühjahr sollte besonders nach der Ausbringung von organischen Düngern vermieden werden. Dadurch sind die Nährstoffe für die jungen Pflanzen nicht verfügbar. 

Optimal ist es, wenn die N- und P-haltigen Dünger vor der Saat flach eingearbeitet werden. Eine Phosphatdüngung mit DAP (1 bis 3 dt/ha) kann bei ausschließlicher mineralischer Düngung die Jugendentwicklung zusätzlich verbessern.

Mais: Möglichst frühzeitig mit nicht selektivem Herbizid behandeln

Mais: Viele Flächen vor Mais waren mit Zwischenfrüchten bestellt. Aufgrund der schlechten Feldaufgangsbedingungen im Herbst sind die Felder meist mit Ausfallgetreide bewachsen. Zur Verbesserung der schnellen Abtrocknung der Böden sollten die Flächen vor einer mechanischen Bearbeitung möglichst frühzeitig mit einem nicht selektiven Herbizid behandelt werden.

Bei der zu erwartenden frühen Aussaat des Maises ab Mitte April kann in den nächsten Tagen auch mit der Ausbringung der organischen Dünger begonnen werden. Besonders bei hoher Einstrahlung sollten die organischen Düngern direkt eingearbeitet werden.

In Betrieben mit zu hohem Phosphatanfall sollten flüssige Wirtschaftsdünger nach Möglichkeit im Strip Till Verfahren ausgebracht werden, um auf die mineralische Düngung vollständig verzichten zu können. Wichtig ist, dass die Ablage möglichst flach erfolgt (etwa 10 cm unter dem Saatkorn). Alternativen wie u.a. die Mikrogranulate haben sich in Versuchen nicht als vorteilhaft gezeigt. 

Güllefahren und Düngerstreuen: Frühling auf dem Acker

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