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Bilanz

Niedersachsens Frühkartoffelanbauer mit sehr erfolgreicher Kampagne

on_Fruehkartoffeln-Roder-Grimme
Joachim Hasberg von der Nds. Frühkartoffel-Erzeugergemeinschaft e.G
am
14.08.2019

In der vergangenen Woche endete die niedersächsische Frühkartoffelkampagne. Was dieses sehr erfolgreiche Jahr ausgemacht hat.

Gestartet sind die Niedersächsischen Frühkartoffelerzeuger am 16. Februar 2019 mit den ersten Auspflanzungen. Jetzt bilanzierten sie eine sehr erfolgreiche Kampagne - aufgrund des hohen Preisniveaus und einer sehr hohen Flächenräumung.

Verantwortlich hierfür war:

  • die deutsche Kartoffelernte 2018 war nach Ostern vermarktet,
  • Importkartoffeln aus Israel und Ägypten wurden bis dahin ebenfalls sehr gut nachgefragt,
  • die Importe spanischer Kartoffeln kamen genau zum richtigen Zeitpunkt.

Gesamter Juli mit hochwertigen Kartoffeln

Es zeigte sich: Die diesjährige Markteinschätzung mit einer frühen Reifeförderung auf Kosten von Ertrag war richtig. So konnten die Landwirte den gesamten Juli den Markt mit qualitativ hochwertigen Kartoffeln beliefern.

Bei den Verarbeitungskartoffeln verlief die Kampagne fast normal.  Für Einzelne aufgrund der geringen Erträge enttäuschend.

Ausblick derzeit schwierig

Ein Ausblick ist in diesem Jahr zum jetzigen Zeitpunkt schwierig. Die Börse für Verarbeitungskartoffeln hat in den vergangenen Wochen gezeigt: Mit jedem Millimeter Niederschlag reagieren die Preise mit einem Abwärtstrend. Folgende amtliche Meldung hat ihr Übriges dazu beigetragen: Die Kartoffelfläche in Deutschland vergrößert sich im Vergleich zum Vorjahr um 24.000 ha.

Weiter gibt es zurzeit keine genauen Einschätzungen über das Ernteaufkommen in Deutschland oder in angrenzenden Ländern. Angesichts des guten Preisniveaus besteht von Seiten der Landwirte eine hohe Vermarktungsbereitschaft. Daher werden die Preise in den nächsten Wochen weiter zurückgenommen.

Die Landwirte sollten das überlegt sowie mit Nutzung der bestehenden Marktchancen tun und nicht ausschließlich zum eigenen Vorteil. Kartoffelanbauer sollten den Markt und die Ernteeinschätzungen weiter beobachten.

Vertragsanbau von Frühkartoffeln beibehalten

Trotz des sehr großen Preisunterschiedes zwischen Speisekartoffeln und Vertragsware gilt für den Vertragsanbau:

  • Dieser Anbau sollte beibehalten bzw. erweitert werden.
  • Allerdings sollten sich beide Seiten über faire Vertragspreise abstimmen, damit die Landwirte nicht aus dem Vertragsanbau aussteigen oder in einen spekulativen Speisekartoffelanbau wechseln.
  • Obwohl die Frühkartoffelvermarktung 2019 Anreize zum Einstieg oder zur Erweiterung des Anbaus gibt, sei davor gewarnt: Die diesjährige Frühkartoffelkampagne profitierte von der historisch kleinen Ernte 2018 in Europa und vielen glücklichen Umständen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 33/19.

LAND&Forst

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