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Ökolandbau

Ökolandbau in Niedersachsen: Zahl der Umsteller nimmt kräftig zu

Wintergerste striegeln
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
24.11.2018

Der Ökolandbau boomt – auch in Niedersachsen. Nach zwei schlechten Wirtschaftsjahren wollen jetzt auch vermehrt Marktfruchtbetriebe umstellen.

In Niedersachsen gibt es immer mehr Ökolandbaubetriebe. Nun gibt es auch immer mehr Marktfruchtbetriebe, die umstellen wollen, nachdem zwei schlechte Wirtschaftsjahre vergangen sind.

Die 100.000-Hektar-Schwelle dürfte dann erstmals auch in diesem Bundesland geknackt werden.

LWK Niedersachsen: Erneut mehr alternativ wirtschaftende Betriebe

Nunmehr im dritten Jahr in Folge legte die Zahl der alternativ wirtschaftenden Betriebe erneut zu, berichtete Gerhard Schwetje, Präsident der LWK Niedersachsen, auf dem Fachforum Ökolandbau in Hannover-Altwarmbüchen vor den rund 200 Besuchern. "Nach aktuellen Prognosen haben dieses Jahr rund 200 Betriebe umgestellt", bemerkte der Landwirt.

Insgesamt gebe es in Niedrsachsen derzeit 1.800 ökologisch wirtschaftende Betriebe. Für das laufende Jahr kündigte Schwetje eine Zunahme der Bio-Fläche um rund 10.000 ha.

Ökolandbau: Niedersachsen hinkt hinterher

Trotz dieser positiven Entwicklung hinke Niedersachsen im bundesweiten Vergleich mit nur 4,5 % ökologischem Anbau hinter anderen Ländern her. Im bundesweiten Durchschnitt seien es mit 10 % mehr als doppelt so viel. Anzumerken ist, dass es auch in Niedersachsen bereits Landkreise wie z. B. Lüchow-Dannenberg gibt, wo ebenfalls schon über 10 % der Bauern ökologisch wirtschaften.

Insgesamt ist Niedersachsen dennoch noch weit entfernt von den 20 % Ökofläche, die die Bundesregierung als Zielgröße definiert hat, stellte Schwetje klar.

Niedersachsen im prozentualen Bundesvergleich Schlusslicht

Trotz des starken Wachstums bleibt Niedersachsen aber sowohl bei den Biobetrieben als auch der Ökofläche im prozentualen Bundesvergleich Schlusslicht, bedauerte Rainer Beckedorf, Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, als Gastredner des Fachforums.

Als "viel interessantere Zahl" nannte er die Wachstumsrate von 14,6 % in 2017, mit der man bundesweit an vierter Stelle liege. Diese Zahl belege, dass viele Betriebsleiter die Marktchancen konsequent nutzen und auf die Verbraucherwünsche reagieren“, so Beckedorf.

Nicht vergessen dürfe man auch die zahlreichen Verarbeitungsunternehmen in Niedersachsen. Über 1.400 Betriebe seien es mittlerweile, die ökologische Lebensmittel verarbeiten.

Aktionsplan Ökolandbau: Umfangreiches Maßnahmenpaket

Beckedorf präsentierte für die verhinderte Ministerin Barbara Otte-Kinast auch einen "Aktionsplan" der Landesregierung für mehr Ökolandbau in Niedersachsen. Darin enthalten ist ein umfangreiches Maßnahmenpaket, mit dem das enorme Potenzial in diesem Bereich erschlossen werden soll.

Der Staatssekretär nannte folgende Beispiele:

  • hohe Flächenprämien für Betriebe, die umstellen wollen oder bereits ökologisch wirtschaften,
  • stärkere Integration des Ökolandbaus in die Berufsausbildung sowie
  • die Förderung von Projekten, die Anbau, Handel und Vermarktung von Öko-Erzeugnissen.

Geplant sei auch die Einrichtung von Modellregionen, Projekte im Bereich "Ökolandbau und Wasserschutz" sowie Pilotvorhaben zur Steigerung der Erträge im Ökolandbau.

Wachstum im Ökolandbau durch Forschung begleiten

Auch Forschungs- und Versuchsvorhaben sollen vom Land gefördert werden. Damit bekräftigte der Staatssekretär den Hinweis von Schwetje, das starke Wachstum im Ökolandbau durch intensivere Forschung zu begleiten. "Andernfalls droht in der Konsolidierungsphase, die jeder Wachstumsphase folgt, ein Verdrängungswettbewerb unter den Betrieben", so der Kammerpräsident.

Die Landwirtschaftskammer stellt sich nach Angaben des Referatsleiters Ökologischer Landbau, Dr. Ulrich Klischat, selbst auch auf den positiven Trend im Ökolandbau mit einer auf sechs Personen verstärkten Beratungsmannschaft ein.

Beregnungseinsatz im Dürrejahr 2018

In den Fachreferaten berichtete der Beregnungsexperte der LWKL Niedersachsen, Ekkehard Fricke, über den Beregnungseinsatz im Dürrejahr 2018. Er zeigte auf, dass es seit Aufzeichnung der Wetterdaten noch nie eine so negative klimatische Wasserbilanz gegeben hat.

Von Anfang April bis Ende Oktober rage in Niedersachsen Lüchow mit minus 710 mm heraus. Von Mai bis September habe die Verdunstungsrate durchgehend bei bis zu 180 % gelegen. Auch bessere Böden seien betroffen. Sie sind laut Fricke immer noch bis 2 m Tiefe entleert. Hier bräuchte man über den Winter rund 500 mm Regen, um die Bodenvorräte wieder aufzufüllen.

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