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Feldhygiene

Rapool: Was Sie beim Rapsanbau beachten sollten

Verticillium-longisporum-Fruchtfolgekrankheit-Raps
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
08.02.2018

Ohne Raps geht es nicht: Da waren sich die Teilnehmer der Rapool-Fachtagung in Bodenwerder einig. WichtigeTipps zum Rapsanbau von dem Termin hier im Überblick.

Denn Raps ist ohne Zweifel ein wichtiges Fruchtfolgeglied. Doch seit zwei Jahren schwächelt diese Kultur. Die Fakten sprechen für sich:

  • Die Rapserträge schwanken in den letzten zwei Jahren in Niedersachsen meistens zwischen nur 3 bis 4 t/ha.
  • Das ist nicht berauschend, weil die Züchter schon lange vom 5 Tonnen-Raps sprechen.

Doch irgendwie kommt immer was dazwischen: Mal eine zu trockene oder zu feuchte Aussaat, dann widrige Bedingungen in der Vegetation, hoher Schädlings- und Krankheitsdruck. Eine Erklärung dafür ist der Wegfall der neonikotinoiden Beizen.

Die Bestandsführung wird nicht einfacher durch Faktoren wie

  • die geringere Palette an wirksamen Pflanzenschutzmitteln oder
  • die neue Düngeverordnung.

Vielseitige Fruchtfolgen und mehr Ackerhygiene

Und welche Lösungen stehen den Bauern nach dem Wegfall von Wirkstoffen und den Auflagen durch die neue Düngeverordnung noch zur Verfügung? N.U. Agrar-Berater Gerrit Hogrefe bezog zu diesen schwierigen Themen klar Stellung:

  • Vielseitigere Fruchtfolgen und mehr Ackerhygiene sind wichtige Bausteine der Zukunft.
  • Oftmals sind die Fruchtfolgen immer noch zu eng, das heißt Raps kommt nicht wie gefordert alle vier bis fünf Jahre, sondern häufiger.
  • Wer solche Regeln missachte, riskiere das Auftreten von Krankheiten wie Kohlhernie.
  • Nach der Ernte ist vor der Aussaat: Eine gründliche Stoppelbonitur auf die wichtigsten Krankheiten wie Phoma (morscher Wurzelhals), Verticillium (keine Seitenwurzeln) und Sklerotinia (Seitenverzweigung abgestorben) ist wichtig. Auch wenn in der Praxis häufig eine Mischinfektion auftrete, könne man so mit wenig Aufwand Rückschlüsse für die Aussaat ziehen.
  • Sklerotinia wird unterschätzt: Die Infektion über die Rapswurzel kann z.B. nur über Acker- und Feldhygiene, nicht aber mit chemischen Mitteln kontrolliert werden. Aus diesem Grund ist die Bonitur nach der Ernte und ein Abschlegeln oder Mulchen der Stoppeln sehr wichtig. Der Pflug allein reicht nicht, da die Sklerotien nur tief abgelegt werden und nach einem erneuten Pflugeinsatz wieder auskeimen können.
  • Ausgangspunkt einer Kohlhernieverseuchung ist Ausfallraps. Der Pilz kann schon viele Jahre im Boden überdauern. Insbesondere wenn der Ausfallraps größer wird, hat der Pilz bei hohen Bodentemperaturen und guter Wasserversorgung im Sommer beste Entwicklungsmöglichkeiten. Ausfallraps sollte deshalb am besten im Keimblattstadium konsequent erledigt werden.
  • Auslöser für die Kohlhernie ist unverrottetes Stroh, was häufig durch eine ungünstige Verteilung der breiten Mähdrescher hervorgerufen wird.

Der Anbau von Zwischenfrüchten nach Raps ist phytosanitär immer ein Kompromiss. Folgendes ist zu beachten:

  • Ausfallraps aus der Zwischenfrucht heraushalten.
  • Wenn das nicht möglich ist, besser keine Zwischenfrüchte anbauen. Wenn dieser Raps weiter wachse, hätte es den gleichen Effekt wie zu enge Fruchtfolgen.
  • Kreuzblütler wie Ölrettich und Senf sollten in Rapsfruchtfolgen nicht als Zwischenfrucht angebaut werden und dort zur Samenreife gelangen.
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