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Praxistipps

Rapsumbruch nur in Ausnahmefällen sinnvoll

Rapsumbruch-Bodenbearbeitung
am Mittwoch, 17.10.2018 - 07:00

Haben sich Ihre aufgelaufenen Raps- und Zwischenfruchtbestände nicht passend entwickelt? Was Sie jetzt beachten sollten.

Positiv ist, dass die ungewöhnlich hohen Temperaturen der letzten Tage nun langsam zurückgehen werden. Die Trockenheit begrenzt jedoch auch in Niedersachsen weiter das Wachstum.

Die Niederschläge Ende September hatten auf vielen Standorten leichte Entlastung gebracht. Soweit noch nicht vertrocknet, sind dadurch nun auch die letzten Raps- und Zwischenfruchtbestände aufgelaufen.

Umbruch ja oder nein?

Acker nach Herbstaussaat

Der Entwicklungsstand dieser Pflanzen bereitet jedoch nun vielen Landwirten große Sorge. Erste Rapsbestände wurden sogar schon wieder umgebrochen. Die anhaltende Trockenheit begrenzt inzwischen wieder die weitere Entwicklung der Pflanzen – trotz der hohen Temperaturen.

Auch die in der letzten Woche gesäten Wintergetreide-Bestände tun sich schwer, aufzulaufen. Der Raps sollte lehrbuchgemäß bis zum Winter acht bis zehn Blätter gebildet haben.

Rapsumbruch nur in Ausnahmen sinnvoll

Viele Bestände werden diese Grenze in diesem Jahr allerdings nicht erreichen. Es gibt jedoch keine absolute Untergrenze für den Herbst, da niemand das Wetter mit Vegetationsende, Frost, Trockenheit und Hitze bis zur kommenden Ernte vorhersagen kann.

Anfang Oktober sollten aber mindestens vorhanden sein:

  • 15 bis 20 Pflanzen mit zwei bis vier Laubblättern oder
  • 25 bis 30 Pflanzen mit zwei Laubblättern oder
  • 35 bis 40 Pflanzen im Keimblattstadium.

Viele Bestände stehen daher auf der Kippe oder wurden bereits umgebrochen. Der Rapsumbruch ist aber nur in Ausnahmen sinnvoll.

Keine Wachstumsregler in Raps

Folgendes sollten Sie jetzt beachten:

  • Besser ist es, die Umbruchentscheidung auf das kommende  Frühjahr zu verschieben.
  • Alternativfrüchte sind Sommerkulturen wie Körnermais, Leguminosen und Hafer. 
  • In solchen Situationen und bei schwachen Beständen keine Wachstumsregler in Raps ausbringen.
  • Manganmangel im Getreide rechtzeitig ausgleichen.
  • Ab Ende Oktober nur noch frühreife Weizen ausdrillen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 42/18.

LAND&Forst

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