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Mit Rüben zu mehr Fruchtfolge

von , am
08.10.2014

In Rockstedt bei Bremervörde geht es nicht nur um Energiemais. Energierüben bringen sich immer mehr ins Spiel. Hier einige Erkenntnisse aus dem Versuchsanbau.

Obwohl der Standort noch "jungfräulich" ist, lassen sich schon kranke Rüben finden. © Kahnt-Ralle

Die Bezirksstelle Bremervörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen konnte ihre Versuche am Standort Rockstedt auf dem diesjährigen Energiepflanzen-Feldtag bei bestem Wetter präsentieren. Wie Beraterin Maike Backes eingangs feststellte, waren die Aussaatbedingungen dieses Jahr optimal. Vorfrucht war nicht wie in den Jahren zuvor Getreide, sondern Mais mit Grasuntersaat. Ein Großteil der Versuchsflächen wurde gepflügt. Der August zeigte sich dann im Vergleich zu den Vormonaten ausgesprochen trocken, so dass die Maisernte auf den Versuchsfeldern an diesem Standort direkt nach dem Feldtag Mitte September beginnen konnte.Die Versuche mit Energierüben werden von den Praktikern besonders aufmerksam verfolgt. Dies liegt vor allem an dem mit durchschnittlich 65 % sehr hohen Maisanteil in dieser Region. Echte Alternativen zum Silomais sind seitens der Biogaserzeuger gefragt. Da könnte die Zuckerrübe in Zukunft auch auf leichten Standorten noch stärker ins Spiel kommen.

Rübenerträge ganz beachtlich

Wie Paul Steinhövel von der Bezirksstelle darstellte, wurden mit 800 bis 900 dt Rüben/ha an diesem Standort in den vergangenen Jahren sehr gute Erträge erzielt. Die Versuche hätten bisher ergeben, dass die Energierüben wie die Zuckerrüben mit einem N-Sollwert von 160 kg N/ha klar kommen. Steinhövel: "Der Trockenmasseertrag ist mit dem Zuckerertrag eng verbunden, deshalb dürfen auch Energierüben nicht zu viel Stickstoff haben".

Zur Düngung von Energierüben sind die Gärreste voll anwendbar. Versuche mit Unterfußdüngung von Gärresten zeigen, dass der organische Dünger, nicht wie beim Mais exakt 5 cm unter und 5 cm seitlich vom Maiskorn, abgelegt werden muss. "Bei der Rübe ist die Platzierung direkt unter der Rübenreihe effektiver", so Steinhövel.

Rübe wächst nach Pause weiter  

Ein Vorteil der Rübe habe sich auch wieder in diesem Jahr gezeigt, so der Berater weiter. Während der Mais bei Wassermangel früher in die Abreife ging, machte die Rübe eine Wachstumspause und fing wieder an zu wachsen, als die Niederschläge kamen. Ein weiterer Pluspunkt, der zu einer besseren Ausnutzung der Vegetationszeit führt, sei die Tatsache, dass die Rüben zehn Tage früher als der Mais gesät werden konnten. Es kommt hinzu, dass die Rüben bis in den November stehen bleiben.

Bei der Sortenwahl können sich Anbauer auch an den Empfehlungen für den Zuckerrübenanbau orientieren. Wie Steinhövel aus Sorten-Versuchen ableitete, sind Rüben mit hohen Zuckererträgen auch gute Biogasrüben. Futterrüben kämen wegen ihres hohen Wasseranteils nicht infrage, obwohl sie aufgrund ihres Rübenkörpers sauberer geerntet werden könnten.

Obwohl das Versuchsfeld in Rockstedt hinsichtlich des Rübenanbaus als jungfräulich bezeichnet werden kann, trat dort in diesem Jahr die Cercospora-Krankheit auf. "Das Auftreten dieser Krankheit wundert uns hier sehr", so Steinhövel. Eine Erklärung dafür habe er aber nicht. Wer nach Mais Rüben anbaut, erhöht damit auch die Gefahr für späte Rübenfäule (Rhizoctonia).

Insofern appellierte der Berater an die Landwirte, generell wieder mehr Augenmerk auf gesunde Fruchtfolgen zu legen. Diese bedeuteten ausgegliche Nährstoffbilanzen, gute Bodenfruchtbarkeit und stabiles Ertragsniveau.
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