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Silphie-Anbau in Ostfriesland auch bei Trockenheit erfolgreich

Silphie-Bestand in Friedeburg
am Mittwoch, 22.08.2018 - 12:57

Trotz der langen Trockenperiode hat sich der Silphiebestand von Landwirt Gerd Hinrich Groß in Friedeburg, ganz anständig entwickelt.

Von Ende Mai bis vor zwei Wochen sind im Raum Friedeburg/Ostfriesland nur ganze 30 mm Niederschlag gefallen. Trotzdem hat sich der Silphiebestand von Landwirt Gerd Hinrich Groß in Friedeburg im Landkreis Wittmund ganz anständig entwickelt. Und dass, obwohl schon das Aussaatjahr 2017 extrem nass gewesen ist.

Mais mit Untersaat Silphie

Damals hat Groß seine Silphie als Untersaat im Mais aussäen lassen. Und auch die diesjährigen Silphie-Neusaaten stehen gar nicht so schlecht. Groß betont: „Wir haben hier eine Sandmischkultur, wo das Grundwasser normalerweise bis auf 1 m Tiefe ansteht“.

Die jungen Silphiepflanzen konnten sich auf diesem Standort unter der Deckfrucht Mais trotz Trockenheit noch zu einem guten Ausgangsbestand entwickeln.

„Wenn der Mais geerntet ist, kommt die Silphie in Fahrt und wird bis zum Winter einen guten Bestand für das nächste, erste Erntejahr bilden können“, ist Groß sicher. Die Silphiepflanzen wurzeln bis auf 2 m Tiefe. Sie können damit allgemein mit Trockenheit gut zurechtkommen. Denn diese Pflanze stammt aus einer Region, wo Sommertrockenheit normal ist.

Bereits 100 ha Silphie

„Wo der Mais dieses Jahr nur Kniehöhe erreicht hat, sieht aber auch die Silphie nicht gut aus“, weiß Groß. Er ist Ansprechpartner und Berater für das Donau-Silphie-Verfahren im Nordwesten Deutschlands.

Dort stehen im Raum Oldenburg-Ostfriesland bereits 100 ha Silphie, die  nach diesem aus Süddeutschland stammenden Verfahren ausgesät wurden. Im gesamten Norddeutschland (Nord-Niedersachsen und Schleswig-Holstein) wurden seit vergangenem Jahr bereits 200 ha Donau-Silphie angesät.

Deutschlandweit sind gut 3.000 ha Donau-Silphie angelegt, zwei Drittel davon in Süddeutschland, hier wie im Norden mit steigender Tendenz.

70 % Ernte bei Trockenheit

Gerd-Hinrich Groß zeigt einen Silphiestängel

„Wo auch die Silphie unter Trockenheit gelitten hat, werden nicht mehr 100 %, aber vielleicht noch 70 % geerntet“, sagt Groß.

Das gilt sogar, ohne Kosten für Bodenbearbeitung und Aussaat abziehen zu müssen. Denn ab dem zweiten Jahr steht die Silphie als Dauerkultur über Jahrzehnte und wird nur noch mit Wirtschaftsdünger gedüngt. Auch die Wasserschützer sehen das als sehr positiv an.
Und egal, was passiere, man könne die Silphie mähen.

Geschäftsmodell Silphiestrom

Als weiteres Geschäftsmodell können Silphieanbauer ab Anfang Oktober die Direktvermarktung von Silphiestrom anbieten. So können Verbraucher, die diesen Strom beziehen möchten, indirekt den Silphieanbau unterstützen.