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Energiepflanze

Silphie bietet auch in Niedersachsen Potenzial

Silphie-Energiepflanze-Biogas
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Edith Kahnt-Ralle, LAND & Forst
am
07.09.2018

Die Durchwachsene Silphie kommt auf niedersächsische Felder zurück. Landwirt Gerd Hinrich Groß aus Friedeburg baut die Dauerkultur an - nach gelungener Aussaat.

Beim Feldtag im ostfriesischen Friedeburg wurde wieder einmal klar: Die Durchwachsene Silphie kommt auf niedersächsische Felder zurück. Nach dem missglückten Start vor Jahren kann die Dauerkultur nun ausgesät werden.

Landwirt Gerd Hinrich Groß baut die Energiepflanze an. Der Bestand aus dem extram nassen Aussaatjahr 2017 hat sich in diesem Jahr ganz anständig entwickelt - obwohl von Ende Mai bis Mitte August im Raum Friedeburg/Ostfriesland nur ganze 30 mm Niederschlag gefallen waren.

Im vergangenen Jahr hat Groß seine Silphie als Untersaat im Mais aussäen lassen, nach dem sogenannten Verfahren Donau-Silphie. Und auch die diesjährigen Silphie-Neusaaten stehen gar nicht so schlecht.

Der Landwirt, der Ansprechpartner und Berater für das Donau-Silphie-Verfahren im Nordwesten Deutschlands ist, weiß: „Wir haben hier eine Sandmischkultur, wo das Grundwasser normalerweise bis auf 1 m Tiefe ansteht“. Die jungen Silphiepflanzen konnten sich auf diesem Standort unter der Deckfrucht Mais trotz Trockenheit noch zu einem guten Ausgangsbestand entwickeln.

Silphiekultur unter Mais

Silphie-Silphieanbau

Die Kultur unter Mais klappt aus folgenden Gründen besonders gut:

  • Wenn der Mais geerntet ist, kommt die Silphie in Fahrt und kann bis zum Winter einen guten Bestand für das nächste Erntejahr bilden.
  • Die Silphiepflanzen wurzeln bis auf 2 m Tiefe. Sie können daher allgemein mit Trockenheit gut zurechtkommen. Denn diese Pflanze stammt aus einer Region, wo Sommertrockenheit normal ist.

Aber Gerd Hinrich Groß hat in diesem Jahr auch gemerkt: Wo der Mais nur Kniehöhe erreicht hat, sieht auch die Silphie nicht gut aus.

Silphie als Dauerkultur

Wo auch die Silphie unter Trockenheit gelitten hat, werden laut Aussage von Groß nicht mehr 100 %, aber vielleicht noch 70 % Ertrag geerntet. Und das, ohne Kosten für Bodenbearbeitung und Aussaat abziehen zu müssen.

Denn ab dem zweiten Jahr steht die Silphie als Dauerkultur über Jahrzehnte und wird nur noch mit Wirtschaftsdünger gedüngt. Das bringt ihr auch bei den Wasserschützern ein großes Plus ein. „Und egal, was passiert, man kann sie mähen“, fügt Groß hinzu.

100 ha im Raum Oldenburg-Ostfriesland

Im Raum Oldenburg-Ostfriesland stehen bereits 100 ha Silphie, die  nach dem von süddeutschen Biogaslandwirten entwickelten Verfahren ausgesät wurden. Im gesamten Norddeutschland (Nord-Niedersachsen und Schleswig-Holstein) wurden seit vergangenem Jahr bereits 200 ha Donau-Silphie angesät.

Weitere Infos vom Feldtag zum Verfahren der Donau-Silphie, der Bienenfreundlichkeit der Pflanze und den Möglichkeiten des Silierens lesen Sie in der LAND & Forst 36/18.

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