Login
Spargelpreise

Spargelsaison 2018: Niedrige Preise und Rekordmengen

Spargel-Profitag-Direktvermarktung
Thumbnail
Eva Eckinger, agrarheute
am
19.06.2018

Die Spargelsaison 2018 geht allmählich zu Ende. Das warme Wetter hat das Gemüse auch in Niedersachsen rekordverdächtig sprießen lassen.

Freuen durften sich in diesem Jahr die Spargel-Liebhaber. Durch das warme Wetter im Frühjahr wuchs das Edelgemüse fleißig und es kamen riesige Mengen auf den Markt.

Auch Fred Eickhorst, Geschäftsführer der Spargelanbauer in Niedersachsen, bezeichnet 2018 ob der niedrigen Preise als "eine sehr verbraucherfreundliche Saison". Anders sah es für die Spargelbauern selbst aus.

Niedrigster Spargelpreis seit vier Jahren

Der bundesweite Durchschnittspreis für ein Kilo weißen deutschen Spargel betrug in der Woche vor Pfingsten 5,48 Euro. Bezogen auf eine einzelne Woche sei das der niedrigste Verbraucherpreis der vergangenen vier Jahre gewesen, wie Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn betonte. Nach Pfingsten sei der Spargelpreis wieder etwas gestiegen, lägen aber im Mittel unter dem Vorjahresniveau.

Die geerntete Menge werde ersten Schätzungen zufolge mindestens auf Vorjahresniveau liegen. 2017 wurde in Deutschland die Rekord-Menge von rund 127.800 Tonnen von den Feldern geholt.

Spargelpreise schlecht für Landwirte

Durch die großen Spargelmengen auf dem Markt waren die Preise sehr günstig. Was für die Verbraucher erfreulich ist, war für die Spargelbauern eher schlecht.

Wolfgang Ehrecke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen weist aber darauf hin, dass es hier eine Zweiteilung gibt: "Negativ betroffen waren vor allem die Betriebe, die ihre Ware größtenteils über den Großmarkt absetzen." Direktvermarkter hätten dies nicht so gespürt.

Spargelpreise: Landwirte wollen Flächen stilllegen

Laut Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Vereins Beelitzer Spargel in Brandenburg, überlegten nun viele Landwirte, Flächen stillzulegen. Auch Peter Strobl, Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbands Südbayern, nannte die Saison 2018 "eine ganz extreme Situation".

Teilweise seien Felder nicht mehr gestochen worden, weil es keine Abnehmer gab, berichtet er gegenüber der dpa. So eine Situation habe er seit 30 Jahren nicht erlebt.

Unkontrollierbares Spargelwachstum und Qualitätseinbußen

Da es im Mai sehr warm war, musste überall der Spargel gestochen werden. Übliche Techniken, um den Erntezeitraum zu strecken, hätten angesichts der heißen Temperaturen nicht funktioniert, erläutert Kammersprecher Ehrecke. Normalerweise setzen viele Landwirte auf Folien über den Spargeldämmen, um das Wachstum zu steuern.

Die warmen Temperaturen haben mitunter auch zu Qualitätseinbußen geführt. Und auch für die Nachfrage sei heißes Wetter nicht gut, wie Michael Koch betont: Bei Temperaturen von über 28 Grad esse kaum noch jemand Spargel.

Mit Material von dpa

Selbstfahrende Arbeitsmaschine: Jäte- und Ernteflieger

Jäte- und Ernteflieger
Jäte- und Ernteflieger
Flieger auf acker
Flieger auf Acker
Flieger auf Acker
Flieger auf Acker
Flieger auf Acker
Flieger auf Acker
Auch interessant