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Getreide

Typhula im Vormarsch

Dr. Ute Kropf, Fachhochschule Kiel
am
25.11.2015

Typhula war als Winterfäule zusammen mit Schneeschimmel (Microdochium nivale) schon immer an Auswinterungsverlusten beteiligt. In der LAND & Forst Ausgabe 48 lesen Sie, was Sie dagegen tun können.

Seitdem regional Winterweizen und auch Triticale noch vor der Wintergerste bestellt werden, tritt Typhula auch in diesen Kulturen immer häufiger auf. Nach dem letzten milden Winter sind Schleswig-Holstein und Mecklenburg nur knapp einem Auswinterungsdesaster entgangen. Früh gesätes Getreide war im März schon sehr weit entwickelt und nesterweise ausgefallen. Starker Frost oder eine Schneedecke hätten zum Umbruch vieler bis Mitte September gedrillter Getreidebestände führen können. Neben dem Gelbverzwergungsvirus (BYDV), das durch Läuse übertragen wird, war auch die Typhula-Fäule an großflächiger Ausdünnung und nesterweisen Totalverlusten beteiligt.

Starker Befall 2014/15

Typhula incarnata ist ein Pilz, der im Boden lebt und vor allem durch Sklerotien mehr als zehn Jahre überdauern kann. Die Sklerotien keimen im Herbst als Myzel aus und wachsen in Wurzeln, Halmbasen und Blätter der Wirtspflanzen ein. Dieser Infektionsweg ist ungeschlechtlich. Er läuft durch das Myzelwachstum nur über kurze Strecken im Boden und es werden keine Sporen gebildet.Je wärmer der Boden ist (frühe Saat, warmer Herbst), desto schneller und massiver ist die Besiedlung der Pflanzen. So kam es, dass sich der Pilz nach Beginn der frühen Aussaat am 3. September 2014 und der langen milden Herbst- und Winterwitterung massiv verbreiten konnte. Früher trat der Pilz vor allem in Gerste auf. Aber seit Weizen und oft auch Triticale vor der Gerste gedrillt werden, macht Typhula auch vor diesen Kulturen kein Halt.

Schneedecke verhinderte Totalausfall

Viele Landwirte haben dieses Frühjahr bemerkt, dass die an Weihnachten noch so mastig aussehenden Weizenbestände sich dann doch noch „zurechtgewachsen“ hatten. Meist wurde nicht bemerkt, dass daran die Typhula-Fäule erheblich beteiligt war. Nur aufgrund der fehlenden Schneedecke wurde ein Totalausfall verhindert. Geschädigt waren die Pflanzen aber trotzdem und hatten Schwierigkeiten, ihre Wurzeln zu regenerieren. Daher enttäuschten einige Bestände auch im Ertrag. Teilweise mussten sie bei Mischinfektionen mit Gelbverzwergungsvirus (BYDV) auch umgebrochen oder vorzeitig zu Ganzpflanzensilage (GPS) verarbeitet werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 48/2015 auf Seite 19. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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