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Zuckerrüben-Feldtag

Ein Umdenken bei der Zuckerrübe: Einfach war gestern

Gerald Burgdorf
am
01.06.2018

Schwache Preise, fehlende Beize und eine skeptische Grundstimmung. Die Anbauwürdigkeit der Zuckerrübe wird erneut auf die Probe gestellt.

Die Grundstimmung der Zuckerrübenanbauer wird zunehmend bedeckter. Nicht nur der wenig erfreuliche Zuckerweltmarktpreis, der sich auch auf die Auszahlungspreise der zurückliegenden Kampagne auswirkte, sorgte bei den rund 80 Landwirten auf dem Zuckerrübenfeldtag der Nordzucker und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Groß Munzel für Diskussionsbedarf. Die Preisfindung für die Kampagne 2019 soll im Übrigen jetzt im Juni abgeschlossen werden.

Läuse-Situation angespannt

Durch den Verlust der Neonikotinoiden-Beize zur nächsten Aussaat wird sich die Läuseproblematik wieder verschärfen. Der angelegte Beizversuch mit der zukünftig noch erlaubten Tefluthrin-Beize zeigt die Unterschiede in den Bekämpfungserfolgen auf. Die Herzblätter der Rüben waren bereits stark mit Blattläusen befallen. Im Gegensatz zu früher müssen weitere Insektizid-Maßnahmen eingeplant werden. Für nächstes Jahr ist ein Läuse-Monitoring seitens der LWK und Nordzucker geplant, um den Landwirten eine Hilfestellung für den richtigen Behandlungstermin geben zu können.

Hacktechnik Zuckerrübenfeldtag Groß Munzel

Sollte die Wirkstoffpalette der Rüben-Pflanzenschutzmittel, insbesondere der Herbizide, weiter eingeschränkt werden, ist die Rückkehr zu alten Tugenden wohl vorprogrammiert. Doch sind Hacke, Bandspritze und Co. die generelle Lösung? Ein Mix aus vielen Maßnahmen wird erforderlich sein, um auch weiter erfolgreich Rüben anbauen zu können. Die Hersteller arbeiten an Ihrer Schlagkraft, welches die 18-reihige Hacktechnik vor Ort veranschaulichte. Aber auch die Züchter stehen in der Pflicht, Sorten anzubieten, die insbesondere im Hinblick auf Krankheitstoleranzen und Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen oder Trockenheit punkten können. Außerdem wurden unterschiedliche Düngungsvarianten auf dem Versuchsfeld angelegt, die im Laufe der Vegetation Aufschlüsse über mögliche Ertragswirkungen geben sollen.

Warten auf das Wasser

Insgesamt steht die Rübe dieses Jahr aber trotz etwas verspäteter Aussaat gut in der Reihe und macht diese bereits teilweise dicht. Die Voraussetzungen für hohe Erträge sind damit auch in diesem Jahr gelegt – nun warten alle auf ergiebige Niederschläge.

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