Login
Raps

Versorgung mit Ölsaaten gesichert

von , am
18.09.2013

Bei der diesjährigen deutschen Rapsernte gab es im Vergleich zum Vorjahr auf leichten Standorten bessere, auf klassischen Rapsstandorten überwiegend normale Erträge. Wie läuft die Vermarktung?

Die Rapskurse sind aufgrund der guten Ölsaatenernte deutlich abgesunken. Das hat Auswirkungen auf die nächste Saison. © Raupert
Die Rapsernte in Deutschland wird auf rund 5,9 Mio. t geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um gut 1 Mio. t. Die Rangliste der EU-28 wird damit wieder von Deutschland angeführt. In anderen europäischen Ländern verlief die Ernte unterschiedlich:

Frankreich wird 2013 etwa 700.000 t weniger als 2012 ernten und bei etwa 4,7 Mio. t liegen. Für eine positive Überraschung sorgten die Erträge in Polen. Nach 1,9 Mio. t im vergangenen Jahr wurden nun 2,6 Mio. t geerntet. Ein erheblicher Teil der polnischen Ernte wurde in Ostdeutschland vermarktet.

Auch in Osteuropa verlief die Ernte positiv: In der Ukraine wird die Menge etwa 2,2 Mio. t betragen - 900.000 t mehr als im Vorjahr. Der überwiegende Teil wird in die EU-28 exportiert. Die gesamte Erntemenge in der EU-28 wird damit etwa 20,8 Mio. t betragen - in der Balkan- und Schwarzmeerregion etwa 4,8 Mio. t.

Absatz von Rapsöl

In Kanada ist die Ernte in vollem Gang, die ersten Erträge sehen sehr gut aus. Die Produktion wird auf 15,5 Mio. t geschätzt. Einige Analysten gehen allerdings auch von 16 Mio. t aus. In Australien wird die Ernte etwa 600.000 t schlechter als im vergangenen Jahr ausfallen. China wird mit 11,9 Mio. t etwa die gleiche Menge wie 2012 ernten. Stellt sich die Frage, welche Konsequenzen aus diesem Angebot für die Verarbeitung folgen. Denn nicht zwangsläufig führt ein höheres Angebot zu einer erhöhten Verarbeitung. Die Margensituation für die verarbeiteten Ölmühlen hat sich zwar leicht verbessert, allerdings wird der Absatz von Rapsöl eine große Herauforderung bleiben. Hinzu kommt, dass Palmöl und Altspeisefette für die Produktion von Biodiesel günstiger sind.

Für 2013 wird eine Verarbeitung von etwa 22 Mio. t prognostiziert, also leicht unter Vorjahresniveau. Das bedeutet, dass weniger Rapssaat importiert werden muss, und die Bestände leicht aufgebaut werden können. Die weitere Preisentwicklung beim Rapsöl wird die Verarbeitung maßgeblich beeinflussen.

Das Angebot an Sonnenblumensaat wird in diesem Jahr durch hervorragende Witterungsbedingungen in den wichtigen Anbauländern deutlich zunehmen. In der EU-28 werden fast 2 Mio. t mehr als im Vorjahr erwartet, insbesondere in den süd- und südöstlichen Regionen. In der Ukraine und Russland werden in Summe derzeit 2,7 Mio. t mehr als 2012 erwartet. Insgesamt beträgt die Ernte in diesen beiden Ländern somit fast 20 Mio. t. Aufgrund der guten Ernteerwartungen wird die Verarbeitung der Ware in den kommenden Monaten deutlich zunehmen. Besonders in Russland und der Ukraine sind die Verarbeitungskapazitäten deutlich ausgebaut worden. Daher werden aus diesen Ländern wesentlich mehr Exporte von Sonnenblumenöl und Sonnenblumenschrot in Richtung Europa erwartet.

Im Gegensatz zum extremen Dürrejahr 2012 waren die Bedingungen für die Sojabohnen von der Aussaat bis Anfang August 2013 hervorragend. Normale Temperaturen und ausreichend Regen trugen zu einer guten Entwicklung bei. Aufgrund einer trockenen Phase im August, welche sich in großen Teilen des Mittleren Westens bis Anfang September hinzog, ist die ursprünglich hohe Ertragserwartung allerdings zurückgenommen worden.

In einigen Anbaugebieten fehlte zum Zeitpunkt der Schotenbildung der Regen, sodass das volle Ertragspotenzial nicht ausgebildet werden konnte. Analysten rechnen daher lediglich noch mit einer Ertragsmenge zwischen 86 und 88 Mio. t. Insgesamt wäre dies eine relativ normale Ernte, die jedoch mengenmäßig deutlich über der von 2012 liegt. Folglich wird sich der Endbestand gegenüber dem Vorjahr erhöhen.

Fazit

Der Markt ist somit ausreichend mit Sojabohnen versorgt. Hinzu kommt, dass die Anbaufläche für Sojabohnen in Südamerika, bedingt durch die Hausse an der Börse in Chicago, noch einmal gegenüber dem Vorjahr ausgedehnt wird. Zusammen mit den guten, teilweise sehr guten Ölsaatenernten in Europa und Kanada, stehen auf der Angebotsseite ausreichend Mengen zur Verfügung. Nun wird es maßgeblich an der Entwicklung im Ölsektor liegen, ob und wie die Mengen verarbeitet und vermarktet werden können.
Auch interessant