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Grünland

Auf dem Weg zum besseren Futter

von , am
28.08.2013

Die LWK Niedersachsen und der Beratungsring Wesermarsch veranstalteten kürzlich ihren ersten gemeinsamen Grünlandtag, mit wertvollen Tipps zum Düngen und für eine gute Futterqualität.

Die richtigen Gräsermischungen und die Düngung sind Teil des Schlüssels zum Erfolg. © Kaemena
Die Veranstaltung startete mit einem theoretischen Teil in der Markthalle in Rodenkirchen. Dr. Johannes große Beilage vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) ging  zunächst auf die EU-Vorgaben zum Wasserschutz und deren Einfluss auf die praktische Düngung ein. Oberstes Ziel sei die Reinhaltung des Grundwasserkörpers und die Einhaltung des Nitrattrinkwassergrenzwertes von 50 mg/l im Grundwasser.

Damit sind nicht nur die vorgeschriebenen Höchstmengen an organischen Nährstoffen tierischer Herkunft je Flächeneinheit genau einzuhalten, sondern auch deren Ausbringung zum richtigen Zeitpunkt. In diesem Zusammenhang sieht große Beilage Nachholbedarf beim Ausbau von  Güllelagerkapazitäten. Außerdem stellte er Maßnahmen zur Minderung von Nitratauswaschungen vor. Dazu gehören unter anderem auch passende Fruchtfolgen.
Reinhard Elfrich von der K+S Kali GmbH wies darauf hin, dass in einigen Regionen Niedersachsens auch unter Grünland die Kaliumgehalte im Boden stetig abnehmen. Ursachen seien einerseits höhere Entzüge durch intensivere Nutzung von Grünland, andererseits die teilweise nicht ausreichende Kaliumrückfuhr über Gülle.

Nicht nur Energie

Hierbei mahnte er an, dass bei der Düngeplanung die tatsächlichen Gehalte der Gülle berücksichtigt werden sollten und nicht nur Tabellenwerte. Diese liegen zum Teil deutlich über den tatsächlichen Gehaltswerten, so dass die Rücklieferung von Kalium über Gülle häufig überschätzt wird. Dirk Albers von der Feldversuchsstation in Ovelgönne schloss den Vortragsreigen mit seinem Beitrag über „Silagequalität aus Sicht der Fütterung - Tipps zum Umgang mit Problemsilagen“. Zunächst definierte Albers die Anforderungen der Kuh an das Futter und an die Futterration. In der Praxis wird die Silagequalität häufig nur anhand des energetischen Futterwertes beurteilt. Auch wenn die Energiekonzentration im Futter ein wichtiger Parameter zur Erreichung hoher Milchleistungen ist, spielen die Verdaulichkeit und der Rohfasergehalt, der Proteinwert, die Gehalte an Mineralien sowie Gärqualität und hygienische Beschaffenheit des Futters eine ebenso bedeutende Rolle bei der Rationsplanung.  

Zur Beurteilung des Proteinwertes von Grassilagen werden ab diesem Jahr zusätzlich der Reineiweißgehalt in der Trockenmasse und der Reineiweißanteil am Rohprotein bei der Grassilageuntersuchung durch die LUFA Nordwest berücksichtigt und ausgewiesen. Hintergrund ist, dass der ausgewiesene Rohproteingehalt keine Aussagen zur Proteinqualität zulässt. Zum Schluss ging Albers auf Problemsilagen und deren mögliche Auswirkungen auf die Futteraufnahme, Milchleistung und Tiergesundheit ein und gab Fütterungshinweise.

Präzise Technik

Am Nachmittag folgte der praktische Teil des Grünlandtages auf der Versuchsfläche der Landwirtschaftskammer in Ovelgönne. Dr. Christine Kalzendorf, Gerd Lange und Viola Dahnken als Mitarbeiter des  Fachbereichs Grünland und Futterbau stellten an drei Stationen  Parzellenversuche zum Deutschen Weidelgras, zur Stickstoff- und Schwefeldüngung sowie zur freiwilligen Mischungskontrolle und zu Grünlandmischungen für Neu- und Nachsaaten vor. Darüber hinaus konnten sich die Besucher über die Gerätetechnik zur Bewirtschaftung der Versuchsparzellen informieren, die Versuchstechniker Christian Thomßen und Robert Klippert erklärten.

Abgerundet wurde das Programm durch eine vom Lohnbetrieb Godfried von Eijden ausgestellte Nachsaattechnik und die von der Firma Ripken (Großenmeer) gezeigte Technik zur Mineraldüngerausbringung  mit Grenzstreueinrichtungen und N-Sensoren zur Ermittlung des Stickstoffbedarfs.
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