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Pflanzenbau

Niedersachsen: Winterraps wirft frühzeitig Knospen ab

Rapsbluete in Mecklenburg-Vorpommern
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
27.04.2018

Der Raps kommt auch 2018 nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Aktuell wird unter den Pflanzenbauexperten ein besonderes Phänomen diskutiert: Die kurz vor der Vollblüte stehenden Bestände werfen vermehrt ihre Knospen ab.

Bestände werfen vermehrt Knospen ab

Das frühzeitige Abwerfen der Knospen ist fatal, weil dort keine Samen mehr gebildet werden können. Mindererträge sind daher vorprogrammiert. Beobachtet wurde diese Entwicklung von Nordhessen über Südniedersachsen bis nach Hannover und im Weserbergland. Wie sich die Situation im Norden Niedersachsens darstellt, wird noch geprüft.

Ursache des Knospenabwurfs unklar

Gerätselt wird zurzeit noch über die Ursache des Knospenabwurfs. Erste Vermutungen führten diese Reaktion der Pflanzen auf den sehr starken Besatz an Rapsglanzkäfern zurück. Wahrscheinlicher ist aber, so Dr. Ulrich Lehrke, Landwirtschaftskammer Niederachsen, dass die Ursache in einer zeitweiligen mangelhaften Nährstoffversorgung zu suchen ist.
Die große Hitze in der vergangenen Woche hat zu einem sehr schnellen Wachstum der Rapspflanzen geführt. In Verbindung mit einer schwachen Wurzelausbildung aufgrund schwieriger Aussaatbedingungen, könnte es zu einer nicht ausreichenden Versorgung der generativen Organe mit Nährstoffen aus dem Boden gekommen sein.

Rapsbestände dringend kontrollieren

Rapsbestände kontrollieren

Betroffene Bestände kommen so nicht in die Vollblüte. Inzwischen wird bereits über den Umbruch erster Schläge diskutiert, obwohl diese Kultur durch Seitentriebe einiges ausgleichen kann. Die Experten raten daher dringend zu Kontrollen. Positiv wirkt laut Lehrke die momentan eher feuchte und kühle Witterung, die die Wachstumsprozesse deutlich verlangsamt.

Das Aufblühen der nicht betroffenen Rapsbestände schreitet voran, so dass demnächst Maßnahmen in der Vollblüte des Rapses entschieden werden müssen. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn 50 % der Rapsblüten am Haupttrieb geöffnet sind und erste Blütenblätter fallen. Dann deckt man auch gegen Sklerotinia einen möglichst langen infektionsrelevanten Zeitraum ab, rät der Warndienst der LWK Niedersachsen.

Optimalen Spritzzeitpunkt finden

Versuchsergebnisse zeigen, dass eine Spritzung zum Zeitpunkt BBCH 65 optimal terminiert ist. Zudem sollte die Wasseraufwandmenge 300 bis 400 l/ha betragen und die Spritzung möglichst bei niedriger Fahrgeschwindigkeit zwischen 4 und 5 km/h in den Abendstunden platziert werden.

Vor der Blütenbehandlung sollten die Bestände auf den Besatz von tierischen Schaderregern kontrolliert werden. Da Schäden durch Rapsglanzkäfer nur an ungeöffneten Knospen entstehen, sollten Kontrollen auf den Besatz an Kohlschotenrüsslern ausgerichtet werden. Wird der Bekämpfungsrichtwert von 0,5 bis 1 Käfer pro Pflanze überschritten, kann die Rüsslerbekämpfung mit z.B. Biscaya, Karate Zeon (0,075 l/ha) oder auch Mavrik Vita (0,2 l/ha) erfolgen.

Mit Material von Landwirtschaftskammer Niedersachsen
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