Login
Zuckerrüben

Zuckerrüben spritzen und hacken?

von , am
15.04.2015

Das mechanische Hacken der Rüben war lange Zeit im konventionellen Rübenanbau verpönt. Wenn überhaupt, wurden nur noch die Vorgewende frei gehackt. Das könnte sich aber bald ändern.

Ein Hacktermin vor Reihenschluss ist optimal und hat sich in der Praxis bewährt. © Haberland

Die mehrmalige Herbizidanwendung ist nach wie vor die entscheidende Maßnahme zur Unkrautregulierung in Zuckerrüben. Dennoch kann eine maschinelle Hacke jahres- und schlagbezogen ungünstige Wachstumsbedingungen aufheben und unvorhergesehene Unkrautprobleme sicherer lösen. Auch in 2015 sind fast landesweit nach der Aussaat ergiebige Niederschläge gefallen, die bei zugeplatzten Böden einen Hackeinsatz nötig machen können. Dazu kommt, dass keine neuen Herbizidwirkstoffe nachrücken und dass die Resistenz bei einigen Problemunkräutern zunimmt. Das schafft neue Ansatzpunkte für die mechanische Unkrautbeseitigung.
 
Zwingend notwendig ist das Hacken auch bei dem Auftreten von Unkrautrüben und anderen besonderen Situationen. So fallen in der Praxis immer wieder Schläge mit einer hohen Restverunkrautung auf. Allgemein wird bei derartigen Situationen eine weitere vierte Herbizidbehandlung mit einem erhöhten Aufwand an Herbiziden empfohlen.

Wo liegen die Vorteile?

Eine andere Möglichkeit ist die starke Einschränkung einer Spätverunkrautung mit Altunkräutern und neu auflaufender Unkräuter durch Hacken. Kombinierte Unkrautbekämpfungsstrategien, die sowohl Herbizide als auch mechanische Pflegemaßnahmen einbeziehen, entsprechen im vollen Umfang den Zielen des Reduktionsprogramms chemischer Pflanzenschutz und verringern Umweltbelastungen. Auch aktuelle Versuche zur Einbeziehung von Bandspritzen und Hacken geben Anregungen, um über das Hacken erneut nachzudenken
 
Das maschinelle Hacken erweist sich gerade mit der innovativen Technik als eine sehr effektive Maßnahme. Besonders gegen schwer bekämpfbare Unkräuter sowie nach Wirkungsproblemen der Herbizide durch Trockenheit oder Windabtrift ist das Durchhacken der Rüben vor Bestandesschluss eine gute Alternative. Regional sind es Unkrautarten wie Gemeiner Beifuß, Landwasser- und Vogelknöterich, Ampfer, Ackerminze, Ackerschachtelhalm, Ackerwinde, Schönmalve oder Samtpappel.
 
Lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 16/2015 weitere Tipps zur mechanischen Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
Auch interessant