Login
Rübenernte

Zuckerrüben: Trockener Start in die Kampagne

Dirk Wollenweber vom Zuckerrübenanbauerverband Südniedersachsen
am
16.09.2016

Lange Trockenheit und harter Boden: Zuckerrübenanbauer haben große Sorge vor Rodeverlusten. In der LAND & Forst 37/16 gibt es wertvolle Rodetipps.

In dieser Woche werden die ersten Zuckerüben gerodet und in die Nordzuckerwerke geliefert. Aufgrund der langen Trockenheit und der harten Böden besteht die große Sorge, dass hohe Rodeverluste auftreten.

Die Zuckerrüben haben lange Zeit in diesem Jahr einen hervorragenden Eindruck gemacht. Die Folge waren gut entwickelte Bestände in allen Anbauregionen. Das hat sich durch die lang anhaltende Trockenheit auf vielen Standorten etwas geändert.

Durch den aktuell geringen Nährstofffluss sind viele Bestände aufgehellt, Wassermangel führt zu schlafenden Rüben und Blattverlusten. Und auch der Befall mit Blattkrankheiten schwächt die Bestände. Trotz allem wird vielerorts eine gute Rübenernte erwartet. Zumeist sind auch unter schwachem Blattapparat gut entwickelte Rüben zu finden.Unter den Anbauern besteht derzeit große Sorge, dass bei den trockenen und harten Böden Rodeverluste auftreten.

Für einige Schläge wird es sogar notwendig sein, im Rahmen der Liefermöglichkeiten zu warten, die Ernte zu verschieben und auf Regen zu hoffen. Wenn dieser dann kommt, wird Zucker durch erneuten Blattaufbau verloren gehen, bevor der Rübenkörper weiter wächst. Wenn der Regen aber nicht kommt? Dann doch lieber die noch akzeptablen Erntebedingungen nutzen.

Verlustfrei ernten

Jetzt gilt es, die Rüben möglichst verlustfrei zu ernten, denn die Rübenanlieferung in die Nordzuckerwerke ist bereits angelaufen. Es sind alle Möglichkeiten zur schonenden und verlustarmen Rodung zu nutzen. Schon durch kleine Fehler kann ein Schaden von mehreren Hundert Euro pro Hektar entstehen. Daher sollten Landwirt und Roderfahrer gemeinsam auf Folgendes achten:

  • Durch den Anbauer sollte eine Einweisung erfolgen, wie die Rüben gedrillt wurden und wo der mit dem Abfuhrunternehmen abgestimmte Mietenplatz vorgesehen ist.
  • Sind Büsche oder Äste im Weg, die Roder, Lademaus oder die Transportfahrzeuge behindern, ist es höchste Zeit, sie zu entfernen. Denn der Roder ist mit ausgefahrenem Bunker wesentlich höher als Schlepper oder Mähdrescher – und fährt wesentlich dichter am Feldrand.
  • Um Verluste durch zu tief geköpfte Rüben zu vermeiden, ist minimal zu köpfen bzw. gut zu entblättern. Blatt und Blattstiele sind vollständig zu entfernen, da diese die Rübenqualität deutlich verschlechtern und auch die Rübenverarbeitung stören. Ziel ist eine Rübe mit Kopf, aber ohne Blattstiele.
  • Zu tief geköpfte oder am Kopf stark beschädigte Rüben wiederum verursachen erhebliche Zuckerverluste während der Lagerung, da die Wundheilung der Schnittflächen Energie benötigt und ein Befall mit Mikroorganismen und Pilzen, die während der Lagerung Zucker abbauen, folgen kann.
  • Auf geringe Fallhöhen und schonendes Entladen des Bunkers ist ebenfalls zu achten.

Rodequalität mit Schätzhilfe beurteilen

Zur Überprüfung der Rodequalität haben Zuckerrübenanbauerverbände und Nordzucker eine Schätzhilfe zur Ermittlung der Rodequalität entwickelt. Diese dient sowohl zur Bestimmung der Ertragsverluste durch Wurzelbruch als auch zur Köpf- und Entblätterungsqualität.

Die Schätzhilfe unterstützt somit die Kommunikation zwischen Anbauer, Roderfahrer und auch Mausfahrer. Sie ist kostenlos bei den regionalen Zuckerrübenanbauerverbänden oder in den Rübenbüros der Nordzucker AG zu erhalten. Nach Abschluss der Erntearbeit sollte der Roderfahrer den Anbauer auf aufgetretene Probleme ansprechen und Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft diskutieren.

Mehr über das Thema lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 37/2016 auf den Seiten 20 und 21. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant