Login
ARGE Nord

Zuckerrüben: Was ist wichtig bei der Sortenwahl

Cercospora-Zuckerrueben-Nordzucker
Bei der Zuckerrüben-Sortenwahl sollten die Landwirte die unterschiedliche Anfälligkeit für Cercospora bedenken. © Werner Raupert
von am
08.12.2017

Bei der Wahl der Zuckerrübensorte ist z. B. die Anfälligkeit gegenüber Blattkrankheiten ein wichtiges Kriterium. Was Sie bei der Sortenwahl beachten sollten.

Die Sortenwahl und insbesondere die Toleranz sind sehr wichtig für den Erfolg im Zuckerrübenanbau. Es gibt Sorten wie z. B. Annemaria, BTS 440 oder BTS 8750 N, die auch ohne Fungizid eine gute Leistung bringen. Andere Sorten wie Vasco, Kleist oder Artus sollte man dagegen immer mit einem Fungizid absichern.

Das betonte Gero Schlinker von der ARGE NORD auf der Tagung in Peine. In den Fachversammlungen des Forums „Zuckerrübe Nord“ stehen in diesem Herbst Themen zu Blattkrankheiten und zur Unkrautbekämpfung im Vordergrund.

Ebenso gebe es Unterschiede in der Anfälligkeit gegenüber Blattkrankheiten wie Cercospora. Hier zeichnen sich Sorten wie Varios, BTS 8750 N, BTS 770 und BTS 440 als wenig anfällig aus. Vasco und Artos sind dagegen stärker anfällig. Dies sollten die Bauern bei der Sortenwahl berücksichtigen. Außerdem sollten Sie beachten:

  • Weniger anfällige Sorten können trotz eines Befalls immer noch sehr gute Erträge abliefern, stärker anfälligen Sorten gelingt dies kaum.
  • Auch der Spritzzeitpunkt hat einen starken Einfluss. Wichtig ist es, immer bei Befallsbeginn zu spritzen und nicht zulange abzuwarten. 

Neues zur Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben

Auch die Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben verändert sich. Resistenzen z.B. gegen den Weißen Gänsefuß verlangen eine andere Strategie und einen Wirkstoffwechsel.

Doch nicht immer sind Resistenzen gegen eingesetzte Wirkstoffe ausschlaggebend für eine unzureichende Wirkung der Herbizide. Folgendes gilt:

  • Auch die Wasserhärte, der pH-Wert, und die Spritzwasserqualität haben einen großen Einfluss.
  • Immer stärker in Fokus rückt auch die mechanische Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben.
  • Versuche der LWK Niedersachsen haben gezeigt, dass die beste Wirkung gegen Unkräuter erreicht wird, wenn man eine Flächenbehandlung mit dem Einsatz von Hacke und Bandspritzung kombiniert.
  • Auch das mehrmalige Striegeln hat bei einem Verzicht auf Herbizide eine sehr positive Wirkung.

Frostschäden: Überlebenschance junger Zuckerrüben ermitteln

Frostschaden bei Zuckerrübe
Die Gefahr von Schädigungen ist stark abhängig von der Entwicklung der Pflanzen. Kritisch ist die Situation bei noch nicht oder erst wenige Tage aufgelaufenen Keimlingen. Am anfälligsten für Frostschädigungen ist das Hakenstadium. © LIZ
Frostschaden bei Zuckerrübe
Generell müssen zur Beurteilung vor allem die Keimblätter, das Hypokotyl und der Vegetationspunkt herangezogen werden. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Sind zum Beispiel die Keimblätter leicht gelb gefärbt und das Hypokotyl ist eingeschnürt, dann hat die Rübenpflanze eine Überlebenschance von weniger als 50 Prozent. © LIZ
Frostschaden bei Zuckerrübe
Ob aber wirklich Schäden entstanden sind kann man meist erst nach 2 bis 3 Tagen abschließend bewerten. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Die genaue Ermittlung des Schädigungsgrades ist wichtig um die richtigen Schritte zur Minimierung des wirtschaftlichen Schadens einzuleiten, denn manche Rüben mit visuell starker Schädigung haben trotzdem sehr gute Überlebenschancen. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Bei kritischen Beständen müssen Zählstrecken angelegt und die zu erwartende Bestandesdichte ermittelt werden. © LIZ
Frostschaden bei der Zuckerrübe
Kritisch ist der Zustand der Pflanze auf jeden Fall, wenn das Hypokotyl stark eingeschnürt und sich die die Keimblätter verfärbt haben. Dann hat die Chance kaum mehr eine Überlebenschance. © LIZ
Frostschaden an der Rübe
Sollten die zu erwartenden Bestandesdichten im kritischen Bereich (unter 40.000 Pflanzen / ha) liegen, kontaktieren Sie bitte unbedingt Ihren Anbauberater bevor Sie eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. © LIZ
Auch interessant