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Rüben

Zuckerrübenkampagne: Niedersachsens Vollprofis haben alles im Griff

Rübenbauern bei der Ernte
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
25.10.2018

Trockene Böden, hohe Temperaturen: Die Rübenkampagne 2018 fordert Mensch und Technik besonders. So auch den Disponenten Ulrich Langenhoff aus dem Kreis Peine.

Ulrich Langenhoff, Disponent der Transportgemeinschaft Beta Trans GmbH & Co. KG, liebt das Geräusch, wenn Rüben verladen werden. Er ist jetzt in der heißen Phase der Kampagne quasi 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche jederzeit erreichbar und ständig online.

Sein Markenzeichen ist der Knopf im Ohr. Per Bluetooth spricht er mit den Fahrern und Landwirten. Dabei legt er das Tablet fast nie aus der Hand. Bei ausreichendem Netz kann er so direkt über das neue Nordzucker-Rübenlogistik-System agrilog auch vom Feld aus seine Maus- und Fahrermannschaft mit wichtigen Informationen versorgen und die gesamte Lieferkette steuern.

Keine Leerlauf- und unnötigen Wartezeiten

Ernte von Zuckerrüben

Zusammen mit Holger Brandes, Disponent und Vorstandsmitglied der Rodegemeinschaft Hofschwicheldt GbR, managt er von der Rodung bis zum Transport der Rüben in die Nordzuckerwerke Clauen und Nordstemmen die gesamten Abläufe.

Während Langenhoff aufgrund der Fülle an Anfragen und organisatorischen Arbeiten mehr der "Schreibtischtäter" ist, bezeichnet sich Brandes selbst als "Mutter der Kompanie". Er ist häufig vor Ort bei den Rodearbeiten und achtet darauf, dass keine Leerlauf- und unnötige Wartezeiten in der Kette entstehen.

Zweiachsiger und siebenreihiger Ropa-Roder R 7.16

Die Rodegemeinschaft wurde bereits 1992 von 14 Gesellschaftern mit 415 ha Rübenfläche gegründet. Sie entschieden sich laut Brandes damals für den zweiachsigen und siebenreihigen Ropa-Roder R 7.16. Um die Auslastung der Maschinen zu garantieren, mussten sich alle Gesellschafter für fünf Jahre Mitgliedschaft verpflichten. Schon 1993 wurde eine gebrauchte Ropa-Rübenmaus gekauft, mit der auch das Rübenladen und Rübenreinigen von anderen Landwirten übernommen wurde.

Gesellschaft erweitert sich: Neue Rübenroder

Rübenbauern bei der Ernte

Die gute Arbeit der GbR sprach sich in der Region rum. 1997 wurde die Gesellschaft auf 51 Gesellschafter mit 1.192 ha erweitert. Um die Mehrarbeit zu schaffen wurden vom Vorstand zwei neue sechsreihige Rübenroder Ropa R 26.45 K angeschafft. Ein Meilenstein war das Jahr 2006 als die integrierte Lade- und Reinigungstätigkeit in die neue Gesellschaft Beta Trans GmbH & Co. KG überführt wurde.

Heute besteht die Rodegemeinschaft aus 55 Gesellschaftern. Die 1.500 ha große Zeichnungs- bzw. Rodefläche wird mit zwei Ropa-Rodern bewältigt.

Verladen und Transport der Rüben

Die Beta Trans wird von fünf Geschäftsführern organisiert. Ulrich Langenhoff zählt dazu und hat als Disponent eine zentrale Rolle inne. Diese Gesellschaft betreibt das Verladen und den Transport der Rüben von rund 288 Kommanditisten (211 Anbauer) mit 835 Rübenschlägen und insgesamt 4.700 ha. Die Planmenge liegt laut Langenhoff bei rund 340.000 t reine Rüben pro Jahr.

Ernte- und Transportmaschinen: Mulden und Rübenmäuse

Aus der Differenz der Anbauflächen lässt sich ablesen, dass die Beta Trans Rüben von mehreren Rodegemeinschaften reinigt und abfährt. 65 % des Umsatzes wurden zu Beginn durch LKW- und 35 % durch Schleppertransporte erzielt. Heute werden schon 80 % des Umsatzes mit LKW eingefahren. Die Schlepperanfuhr ist also auch hier rückläufig. Die Gesellschaft verfügt über fünf eigene Mulden. Für 75 % der Kampagne wird eine Mulde zusätzlich fest angemietet. Auch die Zugmaschinen werden gemietet. Aufgeladen und gereinigt wird mit zwei eigenen Ropa-Rübenmäusen.

Mehr zur Arbeit von Ulrich Langenhoff und seinen Kollegen lesen Sie in der LAND & Forst 44/18.

LAND&Forst

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