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LWK-Niedersachsen

Zwischen- und Zweitfrüchte: Wieviel N Sie zur Futternutzung düngen

Dr. Christine Kalzendorf, LWK Niedersachsen
am
18.07.2019

Sie wollen wissen, wieviel N zu düngen ist, wenn Sie Zwischenfrüchte zur Futternutzung anbauen? Die LWK-Niedersachsen gibt Tipps.

Für die Bemessung der N-Gabe für den Anbau von Zwischenfrüchten zum Zweck der Gründüngung ist folgendes zu beachten:

  • Saatzeitpunkt,
  • Standort,
  • bei Leguminosen-haltigen Zwischenfrüchten orientiert sich die N-Gabe in erster Linie an dem Leguminosenanteil.
  • bei einem späteren Saattermin liegt der N-Düngebedarf aufgrund der kürzeren Wachstumszeit bei maximal 20 kg N/ha bei langjährig organisch gedüngten Böden oder bei 40 kg N/ha bei humusarmen Böden.
  • Kein N-Düngebedarf ist dann gegeben, wenn zwischen Düngungs- und Aussaatzeitpunkt der Zwischenfrucht und Aussaat der nachfolgenden Winterung nicht mehr als acht Wochen liegen.

Der N-Düngebedarf für Zwischen- und Zweitfrüchte ist Tabelle "N-Düngebedarf Feldfutter und Gründüngungszwischenfrüchte" (siehe unten) zu entnehmen.

Winterzwischenfrüchte zur Futternutzung im Folgejahr

Für die N-Düngung der Winterzwischenfrüchte, die erst im Frühjahr des nächsten Jahres geerntet werden, richtet sich die N-Gabe nach den gleichen Regeln wie oben für die Gründüngungszwischenfrüchte beschrieben.

Demzufolge ist beispielsweise entsprechend Tabelle "N-Düngebedarf Feldfutter und Gründüngungszwischenfrüchte" (siehe unten) auf langjährig organisch gedüngten oder humusreichen Böden auf eine N-Düngung bei Saatzeitpunkten ab 1. September zu verzichten. 

 

Sommerzwischenfrüchte zur Futternutzung

Werden nach Getreide Früchte zur Futternutzung angebaut, die noch im Anbaujahr geerntet werden, können diese bis in Höhe des N-Düngebedarfes gedüngt werden. Entscheidend ist, dass die Zwischenfrucht auch tatsächlich im Anbaujahr geerntet wird. Die 60 kg Gesamt-N/ha und die 30 kg NH4-N/ha-Grenzen gelten hier nicht.

Tabelle "Anbaudaten für wesentliche Sommer- und Winterzwischenfrüchte zur Futternutzung" (siehe unten) gibt einen Überblick über die Anbaudaten für wesentliche Sommerzwischenfrüchte zur Futternutzung inklusiv der N-Düngungsempfehlungen. Auch hier gilt der Grundsatz: Je später der Saattermin, desto mehr ist die N-Gabe an der unteren, ausgewiesenen Düngungshöhe auszurichten.

N-Gabe beim Anbau von Zweitfrüchten

Wenn nach der Getreideernte der Anbau von Zweitfrüchten, z.B. Getreide-GPS (Hafer) vorgesehen ist, so ist die N-Gabe nach dem für die Kultur vorgegebenen N-Düngebedarf auszurichten. Für Zweitfrüchte muss im Anbaujahr mindestens eine Nutzung erfolgen.

Gemäß Tabelle "Stickstoffbedarfswerte für Zweitfrüchte" (siehe unten) besteht für Zweitfrüchte noch maximal ein pauschaler N-Düngebedarf von 80 kg N/ha. Da die Nmin-Methode im Zweitfruchtanbau nicht validiert ist, muss bei der Ableitung des N-Düngebedarfs der Nmin-Gehalt im Boden bei diesen Früchten nicht berücksichtigt werden.

Darüber hinaus ist die N-Nachlieferung infolge der vorausgegangenen organischen Düngung nicht zu berücksichtigen, da diese bereits zur Hauptfrucht angerechnet wurde.

Zweitfrüchte sind per Definition keine Zwischenfrüchte und müssen daher auch für den N-Düngebedarf separat ausgewiesen werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in den Ausgaben 29 und 30/19 der LAND & Forst.

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