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Futter

Zwischenfrüchte: Weitere Futterreserven schaffen

Sommerzwischenfrucht Klee
Hubert Kivelitz, LWK Nordrhein-Westfalen
am
18.07.2019

Durch die Trockenheit werden Zwischenfrüchte zur Futternutzung auch in Niedersachsen wieder wichtiger. Was Sie beachten sollten.

Futter ist nach wie vor auch in Niedersachsen auf vielen Betrieben ein knappes Gut. Das könnte auch dieses Jahr weiterhin so bleiben. Darüber täuschen auch nicht die guten Erträge und Qualitäten des ersten und zweiten Grünlandaufwuchses hinweg.

Es wird in diesem Jahr wieder darauf ankommen, die verschiedenen pflanzenbaulichen Möglichkeiten zu nutzen, bestehende Futterdefizite zu kompensieren. Auch mit Blick auf die Zukunft, sind Futterbaubetriebe gut beraten, die produktive Vegetationszeit des Herbstes und des zeitigen Frühjahrs vor allem im Ackerfutterbau zu nutzen.

Welche Kulturen sich zu Futterzwecken eignen

Als Sommerzwischenfrucht und Gründüngungspflanzen eignen sich folgende Kulturen zu Futterzwecken:

Kleegras als Sommerzwischenfrucht

Beim Anbau von Kleegras ist folgendes zu beachten:

  • Neben den Reinsaaten von Einjährigem Weidelgras im Sommerzwischenfruchtanbau liefern insbesondere Kleegrasmischungen (QSM A10/A10 spät) im Sommerzwischenfruchtanbau noch einen wertvollen protein- und ertragreichen Futteraufwuchs.
  • Als Graspartner hat sich das Einjährige Weidelgras bewährt.
  • Alexandriner- und/oder Perserklee verbessern die Schmackhaftigkeit und den Proteingehalt.
  • Bei der Gräser-Sortenwahl für Mischungen gilt: früh schossende Sorten für mehr Struktur (QSM A10), spätschossenden Sorten für mehr Energie (QSM A10 spät).

Gründünger als Futter

Grundsätzlich eignen sich für die Futternutzung im Herbst auch zahlreiche Sommerzwischenfrüchte, die im Allgemeinen für die Gründüngung verwendet werden. Gängige Gründüngungs-Sommerzwischenfrüchte wie

  • Gelbsenf,
  • Ölrettich,
  • Leindotter,
  • Rauhafer,
  • Phacelia (mit Einschränkung),
  • Ramtillkraut,
  • Ackerbohnen,
  • Felderbsen,
  • Sommerwicke,
  • Lupine,
  • Alexandinerklee,
  • Perserklee,
  • Serradella,
  • Sonnenblumen in Reinsaat oder Mischungen

sind grundsätzlich auch für die Verfütterung an Wiederkäuer geeignet. Aufgrund des hohen Wassergehaltes ist deren Silierbarkeit und Transportwürdigkeit allerdings eingeschränkt.

Unterschiedliche Nährstoff- und Energiegehalte

Auch der Futterwert bzw. die Nährstoff- und Energiegehalte sind je nach Art und Nutzungstermin unterschiedlich zu bewerten.

Blattreiche Sommerzwischenfrüchte können aber durchaus viel Eiweiß und hohe Energiekonzentrationen enthalten, weisen aber, insbesondere bei der Herbstnutzung, ausgesprochen geringe Trockensubstanz- und Rohfasergehalte auf. Dies muss bei der Verfütterung berücksichtigt und durch entsprechende Zugabe rohfaserreicher Ergänzungsfuttermittel ausgeglichen werden. Zwischenfruchtarten, die im Herbst hohe Erträge liefern, sind in der Lage, große Stickstoffmengen aufzunehmen.

Fütterung: Rohfaser ausgleichen

Je nach Witterungsverlauf (nasskalter Herbst nach trockenem Sommer), können in den Aufwüchsen aber erhöhte Nitratgehalte auftreten. Daher sollte solches Futter, insbesondere bei Herbstweide verhalten zugeteilt werden, da ansonsten Vergiftungsgefahr besteht.

Die Nutzung von Gründünger-Zwischenfrüchten sollte nicht unbedingt gezielt für die Futternutzung angebaut werden. Hierfür sind die bewährten und beschriebenen Futter-Zwischenfrüchte besser geeignet. Herrscht allerdings Futterknappheit vor, können Gründünger-Zwischenfrüchte unter Berücksichtigung der stoffwechselphysiologischen Anforderungen der Wiederkäuer, durchaus frisch verfüttert oder beweidet werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 29/19.

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