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Zwischenfruchtanbau

Zwischenfrüchte: LWK Niedersachsen gibt Tipps für den Anbau

Zwischenfrüchte
Annette Hoffmann/Jörg Schaper/LWK Niedersachsen
am
27.06.2019

Zwischenfrüchte bieten viele Vorteile. Annette Hoffmann und Jörg Schaper von der LWK Niedersachsen geben Tipps zum Anbau.

Warum sollte ich Zwischenfrüchte anbauen?

Der Anbau von Zwischenfrüchten kann viele positive Effekte mit sich bringen:

  • Erosionsschutz,
  • Nährstoffbindung,
  • Verbesserung von Bodenstruktur und Humusgehalt,
  • Nematodenreduktion,
  • Förderung der Biodiversität.

Damit diese Ziele erreicht werden können, ist ein gleichmäßig gut entwickelter Bestand Grundvoraussetzung.

Wie dünge ich Zwischenfrüchte?

Bei der Bodenbearbeitung zu Zwischenfrüchten sollten Sie keine Kompromisse eingehen und die gleichen Anforderungen wie bei einer Hauptfrucht stellen. Das heißt: intensive Saatbettbereitung mit guter Rückverfestigung. Die Entwicklung der Bestände lässt sich durch eine gute Nährstoffversorgung fördern. Folgendes ist zu beachten:

  • Die Düngung im Zwischenfruchtanbau als ökologische Vorrangfläche ist stärker reglementiert, als es die Düngeverordnung ohnehin vorgibt. Hier ist nur der Einsatz von organischen Düngern mit Ausnahme von Klärschlamm erlaubt.
  • Insbesondere auf gut nachliefernden, besseren Standorten oder nach langjähriger organischer Düngung ist eine Stickstoffdüngung über Wirtschaftsdünger sehr gut möglich.
  • Sollen auf schwach nachliefernden Standorten durch ölrettichbetonte Mischungen positive Fruchtfolgeeffekte erzielt werden, ist eine rein organische Düngung mit maximal 60 kg Gesamt-N/ha knapp bemessen.

Auf die richtige Mischung kommt es an

Ein erfolgreicher Zwischenfruchtanbau beginnt bereits ein Jahr zuvor mit der Planung von Vorfrucht und Sorte. Damit ein Zwischenfruchtbestand als ökologische Vorrangfläche anerkannt wird, muss eine Mischung aus mindestens zwei Arten ausgesät werden. Folgendes ist wichtig:

  • Keine Art darf über 60 % Samenanteil ausmachen.
  • Der Gräseranteil ist auf max. 60 % begrenzt.
  • Wichtig: Je mehr Mischungspartner enthalten sind, umso mehr unerwünschte Wechselwirkungen können auch mit den Fruchtfolgegliedern auftreten. Zudem steigt die Gefahr, dass Unkrautsamen unerkannt bleiben und mit ausgesät werden.

Zwischenfrüchte in Zuckerrübenfruchtfolgen: Was ist zu beachten?

In Zuckerrübenfruchtfolgen sollten trotz nematodentoleranter Rübensorten vorrangig Arten eingesetzt werden, die zu einer Nematodenreduktion beitragen können:

  • Nematodenreduzierender Ölrettich und Senf in einer Mischung dürfte für Standorte mit Nematodenbefall erste Wahl sein.
  • Für eine gute Kombination sind Sortenmerkmale wie Schnellwüchsigkeit und späte Blühneigung zu beachten.
  • Generell sollten bei einer Mischung mit Ölrettich oder Senf keine zu hohen Erwartungen an die Entwicklung konkurrenzschwacher Arten gestellt werden, da sie schnell unterdrückt und beschattet werden.
  • Das sichere Abfrieren und die vergleichsweise unkomplizierte und sichere Etablierung sprechen für senfbetonte Mischungen.
  • Werden statt Ölrettich frostempfindliche Arten wie Phacelia oder Ramtillkraut als Mischungspartner gewählt, sind im Frühjahr kaum Probleme zu erwarten.
  • Es gibt kaum eine Art, die uneingeschränkt zu empfehlen ist. So kann Phacelia Rhizoctonia solani fördern, und scheidet deshalb in Befallsregionen aus. Ramtillkraut ist sehr kälteempfindlich und stirbt bereits bei niedrigen Plusgraden ab. Dies muss im Hinblick auf Mischungsanteile beachtet werden.

Zwischenfrüchte in Kartoffelfruchtfolgen: Was ist zu beachten?

Für den Anbau von Zwischenfrüchten in Kartoffelfruchtfolgen sind folgende Punkte wichtig:

  • Im Hinblick auf Eisenfleckigkeit sind Senf und Phacelia auszuschließen.
  • Auf Flächen ohne Druck durch Tabak-Rattle-Virus (TRV) kann eine Mischung aus Ölrettich und Rauhafer verwendet werden.
  • Auf Flächen mit hoher Belastung an TRV scheidet auch Rauhafer als Mischungspartner aus. Hier bleibt letztlich nur Ölrettich als Reinsaat übrig, auf die Anerkennung als ökologische Vorrangfläche muss dann natürlich verzichtet werden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 26/19.

Übersicht zu Zwischenfruchtmischungen und Saatmengen der LWK Niedersachsen

LAND&Forst

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