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Wildgänse

Ausweitung der Jagdzeit auf Wildgänse gefordert

AgE/agrarheute
am
25.01.2016

Hannover - In einigen Regionen Niedersachsens vermehren sich die Wildgansbestände besonders stark. Die niedersächsische FDP-Landtagsfraktion hat jetzt eine Ausweitung der Jagdzeiten für Wildgänse gefordert.

In einigen Regionen des Landes vermehrten sich die Wildgansbestände exponentiell, weshalb auf vielen landwirtschaftlichen Flächen zunehmend Fraß-, Tritt- und Kotschäden zu beklagen seien: Das erklärte der agrarpolitische Sprecher der Liberalen, Hermann Grupe, am vergangenen Freitag im Landtag in Hannover. Die niedersächsische FDP-Landtagsfraktion hat deshalb jetzt in einem Erschließungsantrag eine Ausweitung der Jagdzeiten auf Wildgänse gefordert.

In dem Antrag fordert die FDP-Fraktion, Anträge auf eine Aufhebung der Schonzeit für Wildgänse zu genehmigen, wenn andere Maßnahmen nicht geeignet seien, um übermäßige Wildschäden zu vermeiden. Ferner sollten Anträge auf eine Aufhebung der Schonzeit für Wildgänse auch in der Brut- und Setzzeit genehmigt werden.

Vergrämen der Wildgänse allein reicht nicht

Außerdem spricht sich die FDP-Fraktion in ihrem Antrag dafür aus, grundsätzlich die Bejagung von Nichtbrütern zu erlauben beziehungsweise eine Nichtbrüterjagdzeit einzuführen. Darüber hinaus plädieren die Liberalen langfristig für Maßnahmen zur Regulierung der zunehmenden Wildganspopulation über jagdliche Maßnahmen hinaus, um der explosionsartigen Vermehrung entgegenzuwirken.

Grupe gab zu bedenken, dass ein Vergrämen der Tiere allein nicht helfe, da es schnell zu Gewöhnungseffekten komme. Stattdessen sollten nicht brütende Tiere in den Monaten März bis Juni kurzzeitig bejagt werden können. Der FDP-Politiker wies ferner darauf hin, dass auch die Wasserqualität von Teichen und Seen unter der stark zunehmenden Population der Wildgänse leide. Zudem komme es zu Konflikten mit anderen Naturschutzzielen.

Nichtbrütende Gänse schaden besonders

Auch die CDU-Landtagsfraktion sprach sich für die Rücknahme der Jagdzeiten für Gänse aus. „Die über sich hinauswachsenden Gänsepopulationen sind für die Landwirte einiger Regionen zu einer existenziellen Bedrohung geworden“, hob der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Ehlen hervor.

Im Dezember hatte das Landvolk Niedersachsen die fehlende Unterstützung bei Schäden durch Gänsefraß kritisiert. Ein Hauptproblem sind dem Landesbauernverband zufolge die zunehmenden Trupps nichtbrütender Gänse, die im Frühjahr die größten Schäden anrichten.

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