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Landvolk-Ökoausschuss

Biomarkt braucht ständige Pflege

Biogemüse in der Auslage im Hofladen
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
28.02.2017

Der Landvolk-Ökoausschuss erwartet mehr politische Unterstützung für den Biolandbau. Nicht nur in Marktfragen gibt es Gemeinsames mit den konventionellen Kollegen.

Mehr Wertschätzung und mehr Wertschöpfung für unsere Produkte: In diesen Forderungen sind sich die Mitglieder des Ökoausschusses im Landvolk Niedersachsen mit Werner Hilse einig. Der Landvolkpräsident war zu einem  Meinungsaustausch in das Gremium gekommen.

Markt für Bioprodukte aufbauen und pflegen

Hinsichtlich der Märkte sieht Hilse konventionelle wie Biomärkte gleichermaßen unter Preisdruck. Daher müsse das von Politikern immer wieder anvisierte Ziel kritisch hinterfragen, den Ökolandbau auf einen bestimmten Anteil festzuschreiben.

Mit einem einfachen „Fingerschnipp“ lasse sich das nicht erreichen, sagte Hilse. Vielmehr müsse der Markt kontinuierlich aufgebaut und gepflegt werden. Dabei könne die Politik deutlich mehr Unterstützung leisten. In dieser Einschätzung gab es großen Konsens zwischen dem Ausschuss und dem Präsidenten.

Hilse: Strukturwandel bei Ökobetrieben zu erwarten

Große Herausforderungen haben nach Überzeugung Hilses nicht nur konventionelle, sondern auch Biobetriebe zu meistern, wenn die Vorgaben der neuen Düngeverordnung greifen werden.
Die Düngeverordnung werde nicht nur mit Blick auf Nitrat, sondern auch Phosphat Anpassungen erfordern. Hilse befürchtete, dass damit dem Strukturwandel erneut Auftrieb verliehen werde.

Bauck: Biomarkt muss Anreize setzen

Carsten Bauck, Vorsitzender des Ökoausschusses, betonte anschließend in einem Interview mit der LAND & Forst: Der Biomarkt in Deutschland lege zu, aber die hiesigen Ökobauern würden kaum etwas davon merken. „Wir hören immer von Wachstumsprognosen, aber tatsächlich kommt bei uns davon nichts an.“

Bauck forderte, dass auch die heimischen Erzeuger von dem Umsatzplus mit Bioware im Lebensmitteleinzelhandel in Höhe von zwölf Prozent einen Anteil abbekommen müssten. Die entscheidenden Anreize, mehr Bioprodukte anzubieten, müsse der Markt setzen. Volatile Preise belasteten auch die Ökobauern, ähnlich wie die konventionellen Kollegen.

Mit Material von Gabi von der Brelie, Landvolk Niedersachsen
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